Dienstag, 22. März 2005

Eigene Technik für Werbeeinschaltungen: MSN will Infos über eigene User einbringen

  • Vorhaben stößt umgehend auf Kritik bei Datenschützern
  • Die Technik soll zunächst in Frankreich getestet werden

Microsoft will eine eigene Technik für die Einblendung von Werbung auf den Ergebnisseiten seiner Suchmaschine entwickeln. Dabei will Microsoft auch Informationen einbringen, die in den vergangenen Jahren über die Nutzer der eigenen Web-Sites gesammelt wurden, was bei Datenschützern umgehend auf Kritik stieß.

Die Werbung auf Seiten von Suchmaschinen haben sich zu einem guten Geschäft entwickelt. Viele Firmen sind bereit, für ihre Werbung zu einer bestimmten thematischen Suche Geld zu bezahlen, da sie hoffen, ihr Kunden direkter ansprechen zu können. Auch Microsoft zeigt bei seiner Suchmaschine MSN solche bezahlten Links. Allerdings wurde dieses Geschäft weitgehend an Yahoo abgegeben. Dieser Vertrag läuft noch bis 2006.

Wenn registrierte MSN-Nutzer Suchanfragen starten, könnten auch persönliche Informationen wie Alter, Geschlecht und Wohnort dieser Nutzer berücksichtigt werden, was den Unternehmen eine noch gezieltere Werbung erlauben würde. Wie MSN-Manager Yusuf Mehdi erklärte, hat Microsoft diese Informationen in den vergangenen Jahren bei den Nutzern des Web-Mail-Angebots Hotmail und anderer Web-Sites gesammelt. Namen oder Informationen zur Identifizierung einer Person sollen aber nicht mitgeteilt werden. Microsoft will die eigene Technik nach Angaben Mehdis zunächst in den nächsten sechs Monaten in Frankreich und Singapur testen und dann vielleicht auf andere Märkte ausweiten. (apa)

22.3.2005 09:26