NEWS: Palmers-Boss Weber will Konzern
"in die europäische Oberliga bringen"
- Marken-Upgrading: 'Kommen, weil sie es sich wert sind'
- Börsengang des Unternehmens vorerst auf Eis gelegt
Der neue Palmers-Boss Thomas Weber geht in die Offensive und erläutert in einem Interview in der aktuellen Ausgabe von NEWS erstmals seine Pläne in der Öffentlichkeit. Deklariertes Ziel, so Weber, sei es "Palmers dort hinbringen, wo Palmers hingehört - nämlich in die europäische Oberliga der Markenartikler." Jährliche Umsatzzuwächse von bis zu vier Prozent und zügig realisierte Expansionspläne ins benachbarte Ausland sollten dann möglich sein. "Die Menschen", erklärt Weber, "sollen zu Palmers kommen, weil sie es sich wert sind. Ein BMW fährt sich ja schließlich auch besser als ein preisgünstiger Kleinwagen."
Dass dieses Marken-Upgrading nicht ganz friktionsfrei über die Bühne gehen könnte, will er nicht ausschließen. Eine mögliche Folge: Weitere moderate Personal- und Filialreduktionen.
Auf Eis gelegt wurde mittlerweile der anlässlich des Kaufs von Palmers Ende September des Vorjahres in Aussicht gestellte Börsegang. "Das wird, wenn überhaupt, erst in sechs Jahren ein Thema sein," zeigt sich Weber realistisch.
Der monetäre Atem der neuen Palmers-Eigentümer, bestehend aus den deutsch-österreichischen Kapitalgesellschaften Lead Equities und Quadriga Capital, dürfte jedenfalls reichen. "Wir alle", beteuert Weber, der (über die Marylane Holding GmbH) gemeinsam mit seiner Ehefrau Karin knapp zwei Prozent an der Textil AG hält, "sind Investoren mit langfristigen Interessen."
Derzeit gibt man sich mit recht bescheidenen Ergebnissen zufrieden. Die unter Verschluß gehaltenen vorläufigen Geschäftszahlen für 2004 liegen dem Vernehmen nach deutlich unter denen des Vorjahres. Damals konnte die Textil AG (Palmers, Gazelle, P2) noch mehr als 160 Millionen Euro Umsatz erzielen.
Neben der europaweit mäßigen Konsumstimmung verantwortlich dafür: Der grüne Wäscheriese flog in Deutschland mit der Billigschiene P2 aus den Verkaufsregalen des Drogeriefilialisten DM, wenig rentable Shops wurden geschlossen und die von Webers Vorgängern initiierten Preissenkungsangebote ("Sexy Price") floppten. Der neue Palmers-Boss zur Vergangenheit:
"Die Marke hat den Spirit und das Potential, in der europäischen Oberliga zu spielen. Dieses Ziel hat man in der jüngsten Vergangenheit allerdings aus den Augen verloren. Nehmen wir nur diese Sexy Price-Geschichte: Eigentlich sollte kommuniziert werden, dass Palmers nicht teuer ist. Was auch stimmt. Aber die Kampagne ist leider völlig falsch rübergekommen.. Die Kunden haben Palmers zuletzt schlicht und ergreifend nicht mehr verstanden", erklärt Weber.
Die ganze Geschichte lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS!
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