Donnerstag, 31. März 2005

WM-Qualifikation: Schwache Brasilianer jubeln über mageres Pünktchen in Uruguay

  • Weltmeister hing in den "Seilen", fiel aber nicht
  • Souveränes Argentinien baute Vorsprung weiter aus

Zu Ostern hatten die zwei Giganten der südamerikanischen WM-Qualifikation ihre Hürden noch im Gleichschritt bewältigt, doch am Mittwoch erging es Brasilien und Argentinien unterschiedlich. Während der regierende Weltmeister mit dem 1:1 in Uruguay nur zu einem Zähler kam, bauten die "Gauchos" durch das 1:0 daheim gegen Kolumbien ihre Tabellenführung auf den Rivalen und ersten Verfolger von zwei auf vier Punkte aus. Nicht zu Unrecht, denn vom Ballzauber sind die "Samba"-Tänzer derzeit weit entfernt.

Nach dem 1:0 über Peru boten nämlich die Brasilianer, die seit 1976 in Montevideo ohne Sieg sind und den Nachbarn in einem Bewerbspiel auswärts überhaupt noch nie bezwungen haben, erneute eine schwache Vorstellung. Ihr Teamchef sah es trotz der Tatsache, dass die "Selecao" in den jüngen vier Partien des WM-Wettlaufs nur zwei Tore erzielt hat, freilich etwas anders, subjektiv. "Es war das vielleicht beste Match der Gruppe, beide Teams wollten gewinnen", sagte Carlos Alberto Parreira, der seiner Truppe ein "ganz gutes Spiel" bescheinigte und Ronaldinho noch hervorhob.

"Dieser Punkt muss bejubelt werden. Schön spielen wir erst wahrend der WM", fügte Perreira hinzu. Sein Kollege vergleich das Gebotene mit dem Boxsport. "Wir hatten den Weltmeister in den Seilen. Wir hätten gewonnen, hätte der Referee nicht einen Fehler begangen", sagte Jorge Fossati, der vor dem Ausgleich in der 68. Minute durch Emerson ein Abseits gesehen haben wollte. Forlan hatte die Hausherren vor über 60.000 Zuschauern im Centenario Stadion mit seinem fünften Quali-Tor in Führung (49.) gebracht und Goalie Dida die Gäste mit zwei Glanzparaden vor einem höheren Rückstand bewahrt.

"Gauchos" reiten ganz nach Plan
Alles nach Plan läuft derzeit den Erzrivalen Argentinien, der nach dem neuerlichen, aber nicht leicht gefallenen Erfolg das WM-Ticket praktisch schon in der Tasche hat. Doch Teamchef Jose Pekerman wehrt voreilige Gratulationen ab: "Langsam, langsam, mathematisch ist noch alles drin. Aber wir können auch noch viel besser spielen". Gegen einen ultra-defensiven Gegner vor rund 50.000 Zuschauern im Monumental-Stadion von Buenos Aires wurde der Sturmlauf durch das Goldtor (65.) Hernan Crespos belohnt.

Dem Ex-Weltmeister, der im Gegensatz zum 2:1 am Samstag in Bolivien diesmal alle Stars wie Riquelme, Saviola, Ayala, Sorin und Zanetti aufgeboten hatte, kam auch noch zugute, dass der Kolumbianer Vargas nach einem Foul an Saviola bereits in der 41. Minute mit der Gelb-Roten Karte vorzeitig zum Duschen geschickt worden war. In den weiteren drei Partien der 13. Runde gab es auch keinen einzigen Auswärtssieg. Und die fünf Länder, die derzeit in der Tabelle die ersten Ränge einnehmen, sind mit den fünf WM-Teilnehmern von 2002 identisch.

Spannende Jagd nach dem WM-Ticket
Neben Argentinien und Brasilien sind dies noch Ecuador, Paraguay und Uruguay. Das Verfolgertrio ist durch vier Punkte voneinander getrennt, die große Meute mit den restlichen fünf Teams liegt dahinter gar nur einen Zähler auseinander und macht sich ebenfalls noch mehr oder weniger Hoffnung. Kolumbien blieb trotz des 0:1 in Argentinien Sechster, Peru überholte durch das 2:1 zu Hause gegen Ecuador sowohl die Chilenen (1:2 in Paraguay) und Venezuela (1:3 gegen Schlusslicht Bolivien). (apa/red)

31.3.2005 13:10