Mittwoch, 23. März 2005

Zwist mit Referee: Krankls "Feindbild" Reynolds starb abseits der Öffentlichkeit

  • Waliser zeigte Teamstürmer gegen die DDR Rot
  • PLUS: Der Teamkader für die WM-Qualifikations-Spiele

Wann immer Hans Krankl mit dem Thema "Wales" konfrontiert wird, dann treten beim einstigen Torjäger alle Alarmsignale in Kraft. Vor allem ein Mann namens Tom Reynolds steht seit dem unheilvollen 24. September 1977 beim heutigen ÖFB-Teamchef auf der "schwarzen Liste". Doch jener Schiedsrichter, der damals beim vorentscheidenden Fußball-WM-Qualifikationsspiel zwischen Österreich und der DDR (1:1) im Wiener Prater Stadion im Mittelpunkt gestanden war, ist vor einigen Jahren in aller Stille verstorben.

Mit einem Sieg gegen Ostdeutschland hätte Rot-Weiß-Rot damals alles klar machen können und lag durch ein frühes Tor (9. Minute) von Wilhelm "Willy" Kreuz bereits auf Kurs Richtung Weltmeisterschafts-Endrunde 1978 in Argentinien. Doch dann schritt Mr. Reynolds ins Geschehen ein. Zunächst verhängte der Referee nach Ausschussverzögerungen von Torhüter Friedl Koncilia einen indirekten Freistoß. Hoffmann traf zum 1:1 (41.) und Reynolds wurde erstmals zum Buhmann der 70.000 Zuschauer.

Der Höhepunkt folgte jedoch in der 86. Minute: Kopftor von Krankl. Doch Reynolds versagte dem Treffer wegen angeblicher Abseitsstellung die Anerkennung. Anschließend zeigte der Unparteiische dem vermeintlichen Siegestorschützen noch die Rote Karte.

Österreich nach Argentinien - Reynolds blieb in Wales
Im Gegensatz zum ÖFB-Team, das über die Zwischenstationen Leipzig (erneut 1:1 Remis) und Izmir (1:0-Sieg) das Ticket zur WM schaffte, blieb Reynolds aber der Weg nach "Argentina" verbaut. Reynolds kam bei der FIFA auf Grund des Berichts von Spielüberwacher Hermann Joch aus der BRD nicht ungeschoren davon.

Es wurde still um Mr. Reynolds, der ebenso unbemerkt von der Öffentlichkeit vor Jahren verstarb. Ein abermaliges Treffen mit seinem personifizierten Feindbild gab es für Johann K. zwar Jahre später im Europacup (der damalige Barcelona-Goaleador würdigte den "arroganten Unsympathler" aber dabei keinen Blickes), eine mögliche Versöhnung kommt nun nicht mehr zu Stande. (apa)

23.3.2005 10:42