Dienstag, 22. März 2005

Stranzl für Wales optimistisch: "Wollen in
Cardiff drei Punkte und in Wien nachlegen"

  • Krankl erinnert an 1975: "Sind über uns gekommen"
  • PLUS: Der Teamkader für die WM-Qualifikations-Spiele

Wales gegen Österreich - das war bisher zwei Mal Brutalität. Hatte Helmut Qualitinger einst ehrfurchtsvoll vom Härte-"Klassiker" Simmering gegen Kapfenberg gesprochen, so bot Hans Krankl am Dienstag auf der Pressekonferenz vor dem WM-Qualifikationsspiel am Samstag in Cardiff Einblick in seine Erinnerungen. "In Wrexham waren wir damals chancenlos. Der Regen war waagrecht, der Wind orkanartig und die Waliser beinhart bis überhart. Werner Kriess haben sie damals das Bein gebrochen - sie sind über uns gekommen", so die Stakkato-Gedanken des damaligen blassen Sturmtanks zur 0:1-Niederlage 1975 in der EM-Qualifikation.

Auch 1955 hatte es an selber Stelle für das ÖFB-Team schon ein Albtraum-Erlebnis gegeben. Nach zwischenfallsreichen 90 Minuten auf dem holprigen Boden des "racehorse ground" sprachen Berichterstatter später davon, dass die Phrase "harte Bandagen" noch nie so angebracht gewesen wäre, wie in dieser Fußballschlacht. In der es manchmal unmöglich war, alle Fouls gleichzeitig zu konstatieren und festzuhalten. Nacktes Ergebnis: Österreich siegte 2:1, aber verlor Torschützen Theodor "Turl" Wagner durch einen Beinbruch. Von den Gastgebern musste Melvyn Charles mit einem Bänderriss vom Platz getragen werden.

Anno 2005 bekommt es Österreich im Millennium Stadium zum dritten Mal mit Hausherr Wales zu tun. Aber die heutige Generation rund um Stuttgart-Allrounder Martin Stranzl kennt keine Angst. "Für uns sind diese beiden Länderspiele sehr wichtig. Wir wollen in Cardiff drei Punkte holen und dann in Wien nachlegen", gab der Burgenländer als Marschroute aus. "Wales ist stärker als Nordirland, aber die britischen Mannschaften liegen uns. Wir haben in Schottland gewonnen, gegen England sehr gut gespielt und in Nordirland erst unglücklich den späten Ausgleich bekommen."

Krankl sieht einen Generations-Wechsel gekommen. "Wir hatten damals - selbst als wir eine große Nationalmannschaft mit vielen Spielerpersönlichkeiten hatten - gegen solche Gegner immer Probleme. Daheim haben wir gewonnen, aber auswärts immer Schwierigkeiten. Die jetzige Generation kommt damit besser zurecht." (apa)

22.3.2005 15:38