Montag, 21. März 2005

Aus Russland und Japan: Neo-Legionäre Pogatetz und Haas mit Siegen zum Team

  • Junger "Russe" ist vom Moskauer Verkehr verblüfft
  • PLUS: Der Teamkader für die WM-Qualifikations-Spiele

Mit Erfolgserlebnissen, aber unterschiedlichen Erfahrungen in ihrer ausländischen Umgebung rückten die zwei Neo-Legionäre Emanuel Pogatetz und Mario Haas vor den Fußball-Länderspielen gegen Wales ins ÖFB-Team-Hotel Hilton Vienna Danube ein. Der Verteidiger schlug mit Spartak Moskau daheim Rubin Kasan 3:0 und der Stürmer kam gegen JEF United im Cup zu einem 3:1. Sowohl Pogatetz bei seinem Debüt, als auch Haas waren dabei jeweils 90 Minuten im Einsatz. Der frühere Sturm-Akteur leistete zu einem Tor die Vorarbeit und hat keines von bisher drei Spielen verloren.

Pogatetz, dessen ursprünglichen Einstand vor einer Woche eine Verletzung verhindert hatte, war vor rund 20.000 Zuschauern im Luschniki-Stadion mit seiner Leistung in der zweiten Runde der russischen Liga rundum zufrieden. "Es war ein verdienter Erfolg und ich habe in der Vierer-Kette auf der linken Außenbahn gespielt", erzählte der frühere Grazer Athletiker, der sich in die Verteidigung auch vom Outfit nahtlos anpasste. "Da hinten haben alle den gleich kurzen Haarschnitt wie ich", sagte er mit einem Lächeln.

Der 22-Jährige ist schon jetzt ganz auf die Briten ("Die Waliser haben tolle Spieler in ihren Reihen und sind daheim eine Macht") eingestellt. "In der russischen Liga wird hart und im hohen Tempo, fast mit britischem Stil gespielt, das kommt mir entgegen", meint der Teamverteidiger, der zugibt, dass er sich außerhalb des Rasens ("übrigens mit Heizung, auch die Trainingsbedingungen sind top") auf das Leben in Moskau noch einstellen mus. "Wegen des dichten Verkehrs benötige ich zum Training stets eineinhalb bis zwei Stunden".

Das Autofahren tut sich Pogatetz nicht an. "Ich werde immer vom Hotel zum Training bzw. Spiel und umgekehrt von einem Chauffeur abgeholt". Nach seinem Nacht-und-Nebel-Transfer ("mit nur ein paar Unterhosen und Socken im Gepäck") stellt natürlich auch noch die Sprache eine Barriere dar. Mit dem Trainer des "beliebtesten Vereins im Land mit rund 20 Millionen Fans" verständigt er sich in Englisch und der Co-Betreuer spricht ein bisschen Deutsch. "Daher bin ich froh, am Sonntag mit dem Ex-Rapidler Sergej Schawlo eine Ansprechperson gefunden zu haben."

Keine Anpassungsprobleme für Haas in Japan
Um einiges leichter tut sich da im Fernen Osten Haas, der etwa 75 Minuten außerhalb von Tokio, nur zehn Meter von seinem früheren und jetzigen Trainer Ivica Osim, wohnt. "Ich habe nur 45 Minuten zum Training und fahre selber mit dem Auto ins Trainingszentrum, das ist kein Problem, weil alles auch in Englisch beschriftet ist", sagt der Sturm-Tank, dessen von der Eisenbahn (Shinkansen) gesponserter Verein ab Oktober ein neues Stadion samt Übungsplätzen errichten lässt.

Im Vergleich zum Engagement in Straßburg ist der Routinier, für den Jet Lag ein Fremdwort ist, in Japan gut aufgenommen worden. Zum sportlichen Niveau sagt er nach drei Partien: "Das sind alles keine schlechten Kicker, sie sind technisch stark und schnell. Das einzige Problem ist die Taktik. Sie laufen alle gerne nach vorne". Osim hätte sich in vielerlei Sachen geändert. "Er erklärt jetzt viel genauer und lässt noch härter trainieren." Der Betreuerstab gibt jedem Spieler via Laptop genaue Anweisungen. (apa)

21.3.2005 15:26