Japaner "Made in Germany": Das Toyota-Team bekommt jetzt endlich Aufwind
- Die Deutsch-Japaner kommen jetzt auf die Erfolgsspur
- Auch dank Chefdesigner Gustav Brunner aus Österreich
·Sepang: Klien mit "traumhafter" Bilanz!
Lob für Red-Bull-Fahrer-Duo von Horner und Liuzzi
·GP von Kanada: Das
Ergebnis im Detail!
PLUS: Die Ergebnisse der bisherigen Saison-Rennen
·KLICKEN: Termine der F1-Saison 2005
PLUS: Alle Details zu den 19 Grand-Prix-Strecken
·KLICKEN: Die neuen
Regeln für Saison '05
Änderungen bei Motoren, Reifen & neues Qualifying
·KLICKEN: Fahrer der F1-Saison 2005
Die wichtigsten Infos zu den 21 aktuellen Piloten
·UMFRAGE: Wer wird
F1-Weltmeister?
Stimmen Sie ab: Holt Schumi wieder den Titel?
Als der Wechsel von Ralf Schumacher zu Toyota feststand, war das Urteil schnell gefällt. Während der 29-jährige Wahl-Salzburger von einer neuen Herausforderung sprach, schimpften die vielen Kritiker, der Deutsche habe sich für das Geld und gegen die Karriere entschieden. "Ich kenne die Formel 1 seit acht Jahren. Mir war klar, dass es bei Toyota irgendwann aufwärts geht. Das Potenzial dort ist riesengroß", sagt Schumacher.
Nach dem GP von Malaysia am Sonntag darf er sich bestätigt fühlen, auf das richtige Team gesetzt zu haben. Sein italienischer Teamkollege Jarno Trulli fuhr mit Rang zwei den ersten Podiumsplatz für Toyota ein, Schumacher selbst komplettierte als Fünfter das bisher beste Ergebnis der Japaner seit ihrem Formel-1-Einstieg 2002. "Das war der erste von vielen Podestplätzen", sagte Teamchef Tsutomu Tomita.
Für Toyota scheint nun auch in der Formel 1 nichts mehr unmöglich. Das Team, das wie Ferrari seine Formel-1-Autos mit eigenem Knowhow unter einem Dach baut, ist nach nach drei Jahren endlich ein ernst zu nehmender Rivale im PS-Zirkus geworden. "Für uns alle ist das eine große Erleichterung", sagte Technikchef Mike Gascoyne, der im Dezember 2003 von Renault gekommen war. Chefdesigner ist bekanntlich der Österreicher Gustav Brunner.
Mit einem geschätzten Jahresgehalt von angeblich sechs Millionen Euro ist Gascoyne der am besten bezahlte Designer in der Formel 1. Bei Toyota, dem, zweitgrößten Autokonzern der Welt, wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Angeblich investieren die Japaner 400 Millionen Euro pro Jahr in ihr Formel-1-Projekt - so viel wie kein anderes Team.
Teampräsident: "Wir standen unter Druck"
51 WM-Punkte hat Toyota seit dem Debüt eingefahren - zwölf davon allein in diesem Jahr. Platz zwei in der Teamwertung hinter Renault (26) sorgt in der Konzernzentrale in Japan erst einmal für Ruhe. "Wir standen unter Druck, aber wenn man ein neues Team aus dem Nichts aufbaut, dann dauert es eben", sagte Teampräsident John Howett. "Wenn wir so weiter machen, dann haben wir die Chance, die dritte Kraft zu werden", glaubt Ralf Schumacher, der sich sein Engagement mit angeblich 17 Millionen Dollar hat versüßen lassen.
Nicht die britisch-deutschen Rennställe McLaren-Mercedes oder Williams-BMW, sondern Toyota setzt als einziges Team auf einen Wagen ausschließlich "Made in Germany". Das Formel-1-Team, in Köln-Marsdorf in der Toyota Allee 7 beheimatet, hat über 600 Angestellte aus 33 Ländern, über 50 Prozent davon kommen aus Deutschland. Auch die deutsche Zulieferer-Industrie profitiert vom Formel-1-Engagement des japanischen Konzern: 53 Prozent der Teile werden in Deutschland hergestellt.
Der aktuelle TF105 - das erste Auto komplett aus der Feder von Technikchef Gascoyne - könnte ein Volltreffer werden. Zwar ist die Rennstrecke in Sepang nicht unbedingt der Maßstab für den Rest der Saison, doch der ständig modifizierte Wagen funktioniert. "Wir wissen, dass wir noch am Motor, dem Chassis und der Aerodynamik arbeiten müssen", sagte Trulli und ist genau wie Ralf Schumacher froh, dass der Anfang gemacht ist.
