Montag, 18. April 2005

Eishockey-WM 2005: Kanadas Legende Wayne Gretzky kommt nicht nach Österreich

  • "The Great One" nahm den Teamchef-Posten nicht an
  • Ex-VSV-Spieler Steve Tambellini ist Kanadas Manager

Die Eishockey-Weltmeisterschaft von 30. April bis 15. Mai in Wien und Innsbruck ist um einen großen Star ärmer. Hockey-Legende Wayne Gretzky lehnte ein bestehendes Angebot als Teamchef der kanadischen Auswahl ab, als Ersatz fungiert Ex-VSV-Spieler Steve Tambellini. "Ich bin enttäuscht, dass ich bei der WM auf Grund der persönlichen Situation rund um die Krankheit meiner Mutter nicht bei Team Canada dabei sein kann", erklärte "The Great one". Bei Gretzkys Mutter Phyllis war im Februar Lungenkrebs diagnostiziert worden.

"Momentan wäre ich aber nicht im Stande die 100 Prozent zu geben, die Hockey-Kanada benötigt", betonte Gretzky, nachdem seine Mutter eine Chemotherapie begonnen hatte. Der mit 2.857 Karriere-Punkten unangefochtene Topscorer der NHL-Geschichte hatte das "Dream Team" Kanadas 2002 in Salt Lake City zu Olympia-Gold geführt. Damals hatte die nordamerikanische Profi-Liga eine Pause eingelegt, um ihren Stars eine Teilnahme zu ermöglichen.

Die WM in Österreich könnte unter anderen Vorzeichen zur bestbesetzten WM der Geschichte avancieren. Erstmals überhaupt ist mit der NHL-Saison 2004/05 eine gesamte Spielzeit einem Arbeitskampf ("Lockout") zum Opfer gefallen, nachdem sich Spielergewerkschaft und Teambesitzer nicht auf die Schaffung eines neuen Rahmen-Kollektivvertrags mit Gehaltsobergrenzen einigten. Die Weltmeisterschaft ist daher der Saisonhöhepunkt schlechthin - auch für einen Großteil der NHL-Stars.

Gretzky, der den Edmonton Oilers in den 80er-Jahren vier Stanley-Cup-Titel beschert hatte, ist mittlerweile selbst unter die Eigentümer gegangen, ist Mitbesitzer der Phoenix Coyotes. Gemeinsam mit Mario Lemieux, der in Wien und Innsbruck sein letztes großes Turnier bestreiten könnte, hatte er die beiden Streik-Parteien wiederholt zu Gesprächen ermutigt.

Tambellini wurde 1990 mit dem VSV Vizemeister
Nach der Absage des einst besten Eishockey-Spielers der Welt führt nun Tambellini, der Vizepräsident der Vancouver Cancuks, den Titelverteidiger bei der WM in Österreich als General Manager an. Tambellini zählte schon bei Olympia 2002 und beim "World Cup of Hockey" im Vorjahr zu Gretzkys Mitarbeiterstab und hat auch eine österreichische Eishockey-Vergangenheit aufzuweisen. In der Saison 1989/90 führte der Ex-NHL-Spieler den Villacher SV als Toptorschütze zum Vizemeistertitel, musste sich erst im Finale dem VEU Feldkirch und dem überragenden Rick Nasheim mit 1:3 geschlagen geben.

"Er wird einen wunderbaren Job machen. Er ist mehr als qualifiziert dafür, Kanada die dritten WM-Goldmedaille in Folge zu bringen", streute Gretzky seinem Kollegen Rosen. Tambellini zeichnete unter anderem für den WM-Titel 2003 in Finnland verantwortlich. (apa)

18.4.2005 10:38