Donnerstag, 31. März 2005

Tischtennis-Herren verpassen EM-Gold: Hauchdünne Niederlage gegen Dänemark

  • Schlager, Weixing & Gardos verlieren im Finale mit 2:3
  • Dänische Ausnahmeleistung vereitelte Gold-Premiere

Auf den ganz großen Coup hat nur ganz wenig gefehlt, doch auch die EM-Silber-Medaille kann sich für Österreichs Tischtennis-Herren-Team sehen lassen. Sie bestätigt die mannschaftliche Geschlossenheit und den Aufwärtstrend der vergangenen Jahre, als die ÖTTV-Truppe in der Länder-Weltrangliste hinter China und Südkorea auf Rang drei vorgestoßen ist. Dieses Ranking zeigt, dass Dänemarks Asse nicht unbedingt besser als die Österreichs sind. Doch am Finaltag spielten auch noch andere Komponenten mit.

Rund 1.500 fast schon enthusiastische Zuschauer - unter ihnen Kronprinz Frederik - peitschten ihre Landsleute im Atletion von Aarhus zum Titel, womit eine vielleicht einmalige Chance genützt wurde. Denn die Aussichten auf eine weitere Teilnahme an einem EM-Endspiel sind für die Österreicher sicher besser als für die Skandinavier.

Das weiß auch Werner Schlager: "Wer das hier gesehen hat weiß, dass die Dänen vom Publikum zu einer unglaublichen Leistung getrieben worden sind. Trotzdem hätte es auch 3:0 für uns ausgehen können, es war sehr knapp. Aber es ist unser bestes Abschneiden der Geschichte, darauf können wir stolz sein. Wir werden es in zwei Jahren in Belgrad wieder probieren."

Die Jungen drängen bereits nach
Freilich war Schlager der einzige gebürtige Österreicher in der ÖTTV-Equipe, in deren Zusammensetzung in Aarhus mangels gleichwertigen Alternativen nicht variiert wurde. Mit Chen Weixing und Robert Gardos stehen ein gebürtiger Chinese und ein gebürtiger Ungar in der Grund-Aufstellung, bei den Damen ist es mit den Austro-Chinesinnen Liu Jia und Li Qianbing ähnlich. Auch hier gab es mit EM-Platz sechs das bisherige EM-Top-Ergebnis. Doch es gibt durchaus junge Österreicher, deren Nachdrängen nicht zu übersehen ist.

Veronika Heine ist es bei den Damen, gleich eine Reihe von Hoffnungsträgern bei den Herren. Christoph Simoner etwa ist schon so weit, dass er in Aarhus in den Individual-Bewerben dabei ist. Und beim Schlager- und Chen-Verein SVS Niederösterreich reift in der zweiten Mannschaft mit Daniel und Matthias Habesohn sowie Michael Pichler eine neue Generation von Spitzenspielern heran. Spätestens in einigen Jahren bei Schlagers Abgang sollten sie den Niederösterreicher in breiter Front ersetzen können.

Schlager mit großen Medaillenchancen
Bis sie die Klasse des Weltmeisters erreichen, wird es allerdings noch länger dauern. Der 32-Jährige präsentierte sich einen Monat vor der Titelverteidigung seines WM-Triumphs von Paris in Aarhus schon in glänzender Form. Am Donnerstag stieg Schlager in die Individual-Bewerbe ein und hat da durchaus Chancen auf drei weitere Medaillen.

In Mixed (1), Doppel (2) und Einzel (3) ist er unter den Top Drei gesetzt, mit dem Vorstoß ins Team-Finale hat der Mixed-Europameister 2003 sechs Partien gespielt und damit die nach seinen Verletzungen so wichtige Spielpraxis bekommen. Und Liu Jias Möglichkeiten sind nicht viel anders. (apa/red)

31.3.2005 10:36