Kandidiert der Kaiser: Franz Beckenbauer hat Interesse an der UEFA-Präsidentschaft
- WM-Chef: "Habe immer Verantwortung übernommen"
Franz Beckenbauer denkt ernsthaft über eine Kandidatur um das Präsidentenamt der Europäischen Fußball-Union (UEFA) nach. "Das Interesse ist da. Ich habe in meinem Leben schon immer Verantwortung übernommen", sagte der WM-Macher 2006 in einem am Mittwoch veröffentlichen Interview auf der Homepage des deutschen Fußball-Bundes (www.dfb.de). Das DFB-Präsidium hatte am Freitag einstimmig beschlossen, Beckenbauer um eine Bewerbung für die Nachfolge des Schweden Lennart Johansson zu bitten.
Der "Kaiser" freut sich über das ausgesprochene Vertrauen, das er als ganz wichtige Voraussetzung ansieht. "Auch aus internationalen Kreisen habe ich in den vergangenen Wochen und Monaten sehr viele positive Signale erhalten". Aber es ist alles noch nicht so weit, er sei dafür, Schritt für Schritt vorzugehen. Zunächst geht es einmal um die Entscheidung von Johansson, ob er nach der laufenden Amtsperiode definitiv aufhört. Diesbezüglich sei noch gar nichts klar und verkündet. "Gegen Lennart würde ich nie antreten, ich bewundere seine Leistungen", erklärte Beckenbauer.
Die UEFA werde außerdem erst auf dem Kongress im April in Tallinn beschließen, ob die von der FIFA ausgesprochene Empfehlung angenommen wird, die Wahlen von 2006 auf 2007 zu verschieben. "Erst wenn diese Punkte abgehakt sind, haben wir eine klare Situation, die wir in einer solch wichtigen Angelegenheit benötigen", meinte Beckenbauer. Vor einem möglichen Wahlkampf gegen den Franzosen Michel Platini würde der 59-Jährige nicht zurückschrecken.
"Wenn es dazu kommen sollte, würde alles absolut fair und sauber laufen, da bin ich mir ganz sicher. Aber wir wissen nicht, ob es nicht noch weitere Anwärter gibt", so Beckenbauer, für den die Vorbereitung und Organisation der WM-Endrunde im eigenen Land "weiterhin absolute Priorität" besitzt. Es müsse und werde auch nach diesem Turnier weitergehen - "auch mit mir persönlich". Wie sagt er doch immer so schön auf bayrisch: "Schau'n mer mal".
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