Mittwoch, 23. März 2005

Zerreißprobe in der FPÖ: Mölzer, Stadler und Strache halten "Patriotentreffen" ab

  • Führungs-Debatte: "Diskussionen nicht zu verhindern"
  • Riesiger Besucherandrang in Oberösterreich erwartet

Ein Treffen von FPÖ-"Patrioten" der Freiheitlichen Akademie mit dem EU-Abgeordneten Andreas Mölzer, Volksanwalt Ewald Stadler und dem Wiener Landesparteiobmann Heinz-Christian Strache in Grieskirchen in Oberösterreich, das für 8. April geplant wird, sorgt für zusätzliche Spannung um die weitere Entwicklung in der FPÖ.

Der Organisator, der Bundesobmann des FPÖ-Seniorenringes, Karl Wimleitner, betonte, das Treffen sei schon länger und zum heurigen Gedenkjahr geplant worden. Angesichts der jüngsten Entwicklung der FPÖ meinte er aber: "Diskussionen werden nicht zu verhindern sein".

Das "Manglburger Patriotentreffen" findet im gleichnamigen Veranstaltungszentrum in Grieskirchen statt. Mölzer, Stadler und Strache sollen als Referenten zum Thema "60 Jahre Kriegsende, 50 Jahre Staatsvertrag Freies Österreich und 10 verlorene Jahre in der EU ?" sprechen. Eine anschließende Diskussion sei ursprünglich nicht vorgesehen gewesen, stellte Wimleitner fest. Das Treffen sei schon vor zwei Monaten geplant worden und man wolle auch beim Thema bleiben. Er rechne aber damit, dass aus dem Publikum der Wunsch nach einer Diskussion kommt. "Das haben wir nicht vor, aber verhindern werden wir das auch nicht". Die Besucher würden sicher Rede und Antwort erwarten. "Es kann durchaus sein und es wird wohl so sein, dass die Turbulenzen in der FPÖ zur Sprache kommen".

Riesiger Besucherandrang erwartet
Das Interesse für das Treffen sei groß, berichtete Wimleitner. Die Ankündigung habe "gewaltige Reaktionen" ausgelöst. Es hätten sich ganze Autobusse voll von Besuchern aus anderen Bundesländern angemeldet. Es handle sich um eine private Veranstaltung. Er bewerbe sie nicht über den Seniorenring, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, er missbrauche die Organisation.

Auf die Frage, ob es sich in Grieskirchen um ein Treffen der "Rebellen" in der FPÖ handle, stellte Wimleitner fest: "Rebellen sind wir nicht, sonst wären wir auf dem Bundesvorstandssitz geblieben. Wir haben Platz gemacht, um die Partei zu retten. Wir wollen alles dazu tun, dass die Partei erhalten bleibt". Das werde man auch bei dem Treffen in Grieskirchen sagen.

OÖ: Steinkellner lehnt Einladung ab
Nach der elfstündigen Sitzung des Bundesparteivorstandes in der Nacht zum 8. März in Klagenfurt waren Seniorenring-Obmann Karl Wimleitner, Volksanwalt Ewald Stadler, EU-Abg. Andreas Mölzer und RFJ-Obmann Johann Gudenus nicht mehr Mitglieder des Parteivorstandes, der Wiener Parteichef Heinz Christian Strache nicht mehr stellvertretender Bundesparteiobmann.

Wimleitner erklärte auf Anfrage, der stellvertretende FPÖ-Bundesparteiobmann und oberösterreichische Landesparteiobmann Klubobmann Günther Steinkellner sei eingeladen worden, die Grußworte zu sprechen. Doch dieser habe abgesagt, weil er schon anderweitig verpflichtet sei und deswegen keine Zeit habe. Das wird vom Pressesprecher Steinkellners bestätigt. (apa/red)

23.3.2005 16:05