Samstag, 26. März 2005

Umsturz in Kirgisien inspiriert andere Länder: Massendemo auch in der Mongolei

  • Weißrussland: Rücktritt des Präsidenten wird gefordert
  • Massives Polizeiaufgebot soll Revolution verhindern

Inspiriert vom Umsturz in Kirgisien haben in der Mongolei am Samstag rund tausend Menschen protestiert. Unter dem Ruf "Der Kampf der Demonstranten in Kirgisien führt zum Sieg" versuchten sie das Regierungsgebäude zu stürmen, wurden jedoch von einem massiven Polizeiaufgebot daran gehindert. In Weißrussland wurden nach einer Protestkundgebung gegen mehrere Demonstranten Ermittlungen eingeleitet.

Die Protestveranstaltung in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator löste sich bald darauf friedlich auf. Für den 7. April wurde eine neue Demonstration anberaumt. Die Demonstranten forderten mehr Vollmachten für das Parlament bei der Gesetzgebung sowie die Möglichkeit, korrupte Abgeordnete abzusetzen. Im Mai sind die Mongolen zur Wahl eines neuen Präsidenten aufgerufen.

Die Mongolei, die achtzehnmal so groß wie Österreich ist, zählt nur 2,6 Millionen Einwohner. Nach 70 Jahren kommunistischer Herrschaft führte das asiatische Land 1992 die Demokratie ein.

In der weißrussischen Hauptstadt Minsk waren Freitagabend 34 Personen festgenommen worden, nachdem sich insgesamt 1.000 Menschen zu einer nicht angemeldeten Demonstration versammelt und den Rücktritt des Präsidenten Lukaschenko gefordert hatten. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden Strafverfahren wegen Störung des Friedens eingeleitet, den Festgenommenen drohten bis zu drei Jahre Haft.

Die harsche Reaktion der Behörden zeige, dass sie eine Revolution wie in Kirgisien befürchteten, sagte einer der Organisatoren der Kundgebung, der Oppositionspolitiker Andrej Klimow. Lukaschenko habe angesichts der Ereignisse in Kirgisien, der Ukraine und Georgien wirklich Angst bekommen und versuche, jede demokratische Äußerung zu ersticken, so Klimow. Beobachter haben seit den Revolutionen in Georgien, der Ukraine und jetzt auch Kirgisien von einem Domino- Effekt in Zentralasien sowie in ehemaligen sowjetischen Republiken gewarnt.(apa/red)

26.3.2005 13:11