Samstag, 26. März 2005

Tsunami tötete deutlich mehr Frauen: Zahl der Vergewaltigungen ist schon gestiegen

  • Drei Mal so viele Männer wie Frauen in Flut-Gebieten
  • Drei Monate nach Katastrophe: Hunger-Gefahr gebannt

Beim Wiederaufbau in den Katastrophengebieten müssen nach Ansicht der Hilfsorganisation Oxfam International die Belange von Frauen besonders berücksichtigt werden. Der Tsunami habe nach den verfügbaren Statistiken deutlich mehr Frauen in den Tod gerissen als Männer, erklärte die Organisation in einem am Samstag veröffentlichten Bericht. In einigen Gegenden lebten jetzt drei Mal so viele Männer wie Frauen.

Dies bedeute für die betroffenen Gesellschaften, aber besonders für die überlebenden Frauen ein erhebliches Risiko. Die Frauen müssten vor sexueller Gewalt und Zwangsverheiratung geschützt werden.

Hunger-Gefahr in südasiatischen Flutgebieten gebannt
Drei Monate nach den verheerenden Flutwellen in Südasien ist die Gefahr einer Hungersnot in den betroffenen Gebieten nach Angaben der Welternährungsorganisation (WFP) gebannt. Die humanitäre Hilfe habe es ermöglicht, eine Versorgungskrise zu verhindern, teilte das WFP am Freitag in einer Erklärung in Rom mit. Nun könne die Organisation die Phase des Wiederaufbaus einleiten.

Das WFP verteilte in den betroffenen Gebieten nach eigenen Angaben rund 50.000 Tonnen Grundnahrungsmittel. Dafür seien sowohl militärische als auch zivile Hubschrauber, aber auch Flugzeuge, Schiffe und Lastwagen eingesetzt worden. Von der Hilfe hätten 1,75 Millionen Menschen profitiert. Bei der Flutkatastrophe am 26. Dezember in Südasien starben mindestens 273.000 Menschen, davon allein etwa 220.000 in Indonesien.(apa/red)

26.3.2005 11:49