Freitag, 25. März 2005

Plassnik auf Bhutan-Reise: Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit angestrebt

  • Gespräche mit König, Regierungschef & Amtskollege
  • Eröffnung eines von Österreich finanzierten Kraftwerks

Außenministerin Ursula Plassnik (V) ist im Rahmen ihres offiziellen Besuchs im Himalaya-Königreich Bhutan heute, Freitag, von König Jigme Singye Wangchuk empfangen worden. In der Hauptstadt Thimphu traf sie ferner mit Premierminister Lyonpo Yeshey Zimba und Außenminister Lyonpo Khandu Wangchuk zusammen. Dabei ging es laut Aussendung des Außenamtes vor allem um die Entwicklungszusammenarbeit und den längerfristigen Dezentralisierungs- und Demokratisierungsprozess.

König Jigme Singye Wangchuk, der vierte Monarch Bhutans, der seit 1972 regiert, hatte Anfang der 80er Jahre einen Demokratisierungsprozess eingeleitet. Das vom Monarchen für sein Land geprägte "Entwicklungsprinzip, das speziell auf die Bewahrung von Umwelt und kultureller Eigenart Rücksicht nimmt, erlaubt eine behutsame Modernisierung Bhutans", sagte Plassnik. Dies entspreche auch dem österreichischen Ansatz in der Entwicklungszusammenarbeit. "Wir arbeiten mit unseren Partnern projektbezogen zusammen und versuchen so, die Lebensumstände der Menschen nachhaltig und in Einklang mit ihren Traditionen und Zukunftsvorstellungen zu verbessern."

Dieser zweite Besuch eines österreichischen Außenministers in Bhutan steht ganz im Zeichen der bilateralen Beziehungen. Plassnik verwies auf die "langjährigen freundschaftlichen Beziehungen" zwischen Österreich und dem kleinen Königreich im Himalaya. Bhutan ist Schwerpunktland der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (EZA) in Asien. Die Kooperation konzentriert sich auf die Bereiche Energie und Tourismus sowie die Erhaltung des kulturellen Erbes. Seit 1994 besteht in Thimphu ein EZA-Koordinationsbüro.

Außenministerin eröffnet Kraftwerk
Am morgigen Samstag wird Plassnik die letzte Stufe des mit österreichischer Unterstützung erbauten Wasserkraftwerks Basochhu (Basochu) eröffnen. Das Wasserkraftwerk ist laut Außenministerium das größte EZA-Projekt. Während die erste Ausbaustufe vorwiegend aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit bezahlt wurde, lief die zweite Ausbaustufe als Wirtschaftsprojekt über die österreichische Exportförderung. Für den Bau der Unterstufe wurde das Konsortium Austrian-Hydro Consortium Basochhu (AHCB), bestehend aus VATECH, Alstom-Power, Verbundplan und Alpine-Mayreder, von Bhutan mit der schlüsselfertigen Errichtung beauftragt. Basochhu ist damit ein bemerkenswertes Beispiel eines für beide Seiten vorteilhaften Zusammenspiels von Entwicklungszusammenarbeit und österreichischer Exportwirtschaft.

Österreich wird auch in Zukunft in Bhutan präsent sein. Das Außenministerium weist darauf hin, dass in den kommenden Jahren in der Hauptstadt Thimphu ein Institut für Hotel- und Tourismustraining mit dazugehörigem Schulungshotel errichtet wird. (apa)

25.3.2005 11:53