Montag, 28. März 2005

Wenn sich das Packeis rot verfärbt: Robbenschlachten in Kanada beginnt

  • 325.000 Tiere sollen auf grausamste Weise sterben
  • Heftige internationale Kritik stieß auf taube Ohren

Trotz internationaler Proteste beginnt heute vor der Nordostküste Kanadas wieder die Jagd auf zehntausende junge Robben. Bei dem weltweit größten Abschlachten von Meeressäugetieren sollen 320.000 Sattelrobben und 5.000 Klappmützen vor allem zur Gewinnung von Fellen und Öl getötet werden.

Tierschutzorganisationen kritisierten, dass wehrlose Jungtiere auf grausame Weise getötet und nicht selten bei lebendigem Leib gehäutet werden. Sie riefen zu einem Importverbot für Robbenprodukte auf, wie es kürzlich in den USA durchgesetzt worden sei.

Kanadas Regierung hatte die Robbenjagd 1987 untersagt, jedoch 1995 unter Auflagen wieder zugelassen. Für die Jahre 2003 bis 2005 wurde eine Rekordschlachtquote von insgesamt etwas mehr einer Million Tiere erlaubt. Zur Begründung hieß es, die Robben hätten sich stark vermehrt und zugleich die Kabeljaubestände dezimiert. Dagegen machen Tierschützer eine unkontrollierte Überfischung für den Zusammenbruch der Kabeljaupopulation vor Kanada verantwortlich. (apa/red)

28.3.2005 10:36