Sturm auf Regierungsgebäude: Kirgisische
Opposition protestiert gegen Präsident
- Protestanten mit Keulen & Molotow-Cocktails bewaffnet
Die Proteste der kirgisischen Opposition gegen Präsident Askar Akajew haben sich ausgeweitet. 1.000 bis 3.000 Aktivisten stürmten in der Früh ein Gebäude der Regionalverwaltung in Osch, der zweitgrößten Stadt des Landes. Sie schlugen die dort stationierten 100 Sicherheitskräfte in die Flucht und trafen auf keinen Widerstand.
Die Protestierenden waren mit Keulen und Molotow-Cocktails bewaffnet und riefen Sprechchöre gegen Akajew. Sie hatten das Gebäude bereits in der Vorwoche besetzt, waren dann aber am Samstag durch Sicherheitskräfte vertrieben worden. Am Sonntag hatten Oppositionelle bereits die Kontrolle der nahe gelegenen Stadt Dschalalabad übernommen. Der Schwerpunkt der Proteste liegt im rückständigen Süden des Landes, der mehrheitlich von Usbeken bewohnt ist. Im Norden stellen die Kirgisen die Mehrheit.
Kirgisien ist nach Georgien und der Ukraine die dritte ehemalige Sowjetrepublik, in der es nach von der Opposition angezweifelten Wahlergebnissen zu Massenprotesten gekommen ist. Die Opposition hatte bei der jüngsten Parlamentswahl nur sieben der 75 Mandate errungen und fordert den Rücktritt Akajews wegen der Manipulationen. Dieser hat zugesagt, bei der kommenden Präsidentenwahl Ende 2005 nicht mehr anzutreten. (apa)
