Bürgermeisteramt als männliche Domäne: Nur in 2 Orten leiten Frauen die Geschicke
- In Weiler und Schröcken stehen beide zur Wiederwahl
- Mechtild Bawart & Renate Schrammel seit 1995 im Amt
In Vorarlberg ist das Amt des Bürgermeisters nach wie vor eine männliche Domäne. Lediglich in zwei der 96 Vorarlberger Kommunen steht eine Frau an der Spitze. Sowohl Mechtild Bawart in Weiler (Bezirk Feldkirch) als auch Renate Schrammel in Schröcken (Bezirk Bregenz) stellen sich der Wiederwahl. Eine Kollegin könnten Bawart und Schrammel nach dem 10. April in Mellau im Bregenzerwald erhalten: Dort gewann Elisabeth Wicke die Vorwahl.
Mechtild Bawart (Jahrgang 1955) wurde vor fünf Jahren zur Bürgermeisterin der 1.500 Einwohner-Gemeinde Weiler bestellt. Nachdem der Bürgermeister ihr den zweiten Platz auf der ÖVP-Liste verwehrt hatte, war sie kurzerhand mit der eigenen "Offenen Weiler Liste" angetreten. In der Stichwahl konnte sich Bawart mit rund 51,5 Prozent der Stimmen gegen den regierenden Gemeindechef durchsetzen. Bereits im ersten Wahlgang hatte sie mehr Stimmen bekommen als der Bürgermeister. Bawart war schon 1990 aufgefallen, als sie mit einer reinen Frauenliste in die Wahl ging und es in die Gemeindevertretung schaffte. Eine Liste, auf der ausschließlich Frauen kandidieren, tritt übrigens auch heuer wieder an - in Gaschurn im Montafon.
Wenige Tage nach Bawart wurde Renate Schrammel (Jahrgang 1956) bei der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung von Schröcken zum neuen Gemeindeoberhaupt gewählt. In der kleinen Bregenzerwälder Gemeinde (230 Einwohner) war sie Erstgereihte der einzigen zur Wahl angetretenen Liste gewesen und hatte auch die meisten Vorzugsstimmen erhalten.
Auch Mellau bekommt Bürgermeisterin
In Mellau im Bregenzerwald (1.300 Einwohner) wird nach dem 10. April aller Voraussicht nach ebenfalls eine Frau auf dem Bürgermeistersessel Platz nehmen. Elisabeth Wicke (Jahrgang 1952) gewann die Vorwahl der "Allgemeinen Bürgerliste Mellau", die als einzige Liste zur Wahl antritt. In der Bürgermeisterdirektwahl gibt es somit keinen Gegenkandidaten für die bisherige Vizebürgermeisterin Wicke. Erhält sie bei der Direktwahl 50 Prozent der Stimmen, ist sie die neue Bürgermeisterin. Nachdem sich an der Vorwahl rund die Hälfte der wahlberechtigten Mellauer beteiligten, dürfte ihr aber ein sehr viel größerer Zuspruch sicher sein.
Die erste Vorarlberger Bürgermeisterin überhaupt war die aktuelle ÖVP-Nationalrätin Anna Franz (Jahrgang 1953). Sie übernahm im Februar 1998 den Bürgermeisterposten in Bezau im Bregenzerwald. Knapp fünfeinhalb Jahre später gab sie ihr Amt auf Grund ihrer Doppelbelastung - 2002 hatte sie ein Nationalratsmandat erhalten - ab.
(apa)
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