Pflege-Skandal in Kärnten: 90-Jähriger in Heim in Gallizien beinahe verdurstet!
- Heim dürfte eigentlich gar nicht mehr in Betrieb sein
- Zu wenig Fachpersonal und zu viele Heimbewohner
Mit schweren Vorwürfen sieht sich der Betreiber eines Pflegeheimes in der Unterkärntner Gemeinde Gallizien (Bezirk Völkermarkt) konfrontiert. Ein 90-jähriger Heiminsasse soll fast verdurstet und wund gelegen ins Krankenhaus eingeliefert worden sein. Das Heim dürfte eigentlich nicht mehr in Betrieb sein, da es schon im Juli vergangenen Jahres behördlich geschlossen wurde.
Die Ärzte des Klagenfurter Elisabethinen-Spitals hatten nach der Einlieferung des schwer in Mitleidenschaft gezogenen Pensionisten Anzeige erstattet, seit Donnerstag ist die Staatsanwaltschaft tätig. Konkret wird wegen des Verdachtes der Verletzung der Pflegeverpflichtungen erhoben.
Soziallandesrätin Gaby Schaunig (S) erklärte am Freitag zu dem Aufsehen erregenden Fall, dass seitens des Sozialreferates in dem betreffenden Pflegeheim schon mehrere Überprüfungen stattgefunden hätten. Dabei habe sich jeweils herausgestellt, dass es zu wenig Fachpersonal und gleichzeitig zu viele Heimbewohner gegeben habe.
Im April vergangenen Jahres sei ein Auflagenbescheid ergangen, der allerdings nicht eingehalten wurde. Daraufhin sei im Juli 2004 die behördliche Schließung erfolgt, das Heim aber trotzdem weitergeführt worden. Das Land habe allerdings nur die Möglichkeit, deswegen Verwaltungsstrafen zu verhängen, bedauert Schaunig.
Die Landesrätin kündigte aber gleichzeitig die baldige Verabschiedung einer Gesetzesnovelle an. Diese werde nicht nur eine deutliche Erhöhung des Strafrahmens bei Vergehen gegen das Pflegegesetz beinhalten, sondern der Exekutive auch die Möglichkeit geben, im Anlassfall Heimbewohner in eine andere Pflegestätte zu verlegen.(apa)
