Erfreuliche Studie: Die Väter von heute nehmen sich mehr Zeit für ihre "Kleinen"
- Erneute Forderung nach Vaterschutzmonat wird laut
- "Die Kinderfreunde": "Beziehung zum Kind schützen"
Die Väter von heute sind in der Kinderbetreuung viel engagierter als ihre eigenen Väter und verbringen auch mehr Zeit mit ihren Kindern. Das ist das zentrale Ergebnis einer vom Verein "Die Kinderfreunde" präsentierten, qualitativen Studie. Die Studienautorin Sonja Brauner hatte dafür mit zwölf Vätern mit maximal eineinhalbjährigen Kindern in Wien, Nieder- und Oberösterreich sowie deren Frauen Tiefen- bzw. Telefon-Interviews geführt.
"Fast alle Väter nahmen sich nach der Geburt zwischen vier Tagen und drei Wochen Urlaub", sagte Brauner. "Kinderfreunde"-Geschäftsführer Gernot Rammer leitete daraus die erneute Forderung nach einem Vaterschutzmonat - sprich: vier Wochen zusätzlichen Urlaub anlässlich der Geburt eines Kindes - ab.
Kritik übte Rammer an Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat, die den Begriff "Vaterschutzmonat" als "grotesk" bezeichnet hatte: "Wir nehmen den Begriff ernst. Natürlich müssen wir den Vater nicht als Vater schützen, sondern wir wollen seine Beziehung zum Kind schützen."
Weitere Ergebnisse der Studie: Väter sind bereit, ihre Arbeitszeit zu reduzieren, aber nicht, ganz aus dem Erwerbsleben auszusteigen. Die Beziehung des Elternpaares ist in den ersten Monaten nach der Geburt stark belastet. Eltern von heute streben kreative Lösungen zur Kinderbetreuung an und stellen dafür auch Berufswünsche zurück. Außerdem wurde der Wunsch nach flexibleren Möglichkeiten zur Kinderbetreuung deutlich.
Letzterem werde vorbildlich in Oberösterreich entsprochen, sagte Rammer: "Dort gibt es ein dichtes Netz von rund 200 Eltern-Kind-Zentren und auch Aktionen wie Väter-Kinder-Stammtische. Das würden wir uns flächendeckend für ganz Österreich wünschen."
(apa/red)
