Dienstag, 22. März 2005

"Big Brother" in den Wiener U-Bahnen: Züge sollen künftig videoüberwacht werden

  • Bis 2009 werden 25 mit Kamera bestückte Züge bestellt
  • Testbetrieb in den Waggons noch heuer möglich

Die Wiener Linien plant den Einsatz von Überwachungskameras in den Garnituren der U-Bahn - was von FPÖ und ÖVP begrüßt wird. Laut einem Zeitungsbericht sollen 25 neue Züge, die bis 2009 bestellt werden, mit Kameras bestückt werden. Ein Sprecher der Wiener Linien bestätigte, dass derzeit die rechtlichen Voraussetzungen für einen Testbetrieb geprüft werden.

Bisher gibt es zwar Kameras in den Wiener U-Bahn-Stationen, in den Garnituren wurden Fahrgäste aber bisher nicht auf Video gebannt. Laut Wiener Linien könnten Kameras unter anderem Vandalismus-Akte verhindern. In den neuen Waggons sind die Geräte bereits eingebaut, zum Einsatz sollen sie frühestens in einigen Monaten kommen, hieß es.

Zufrieden zeigte sich der Wiener FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Mit der Überwachung werde eine FP-Forderung erfüllt, meinte er. Dem Recht der Fahrgäste auf Sicherheit vor Drogendealern, Kriminellen und Vandalen wird laut Strache damit von den Wiener Linien erstmals Rechnung getragen. Der Wiener FP-Chef forderte jedoch auch die Einrichtung einer eigenen U-Bahn-Polizei.

"Jetzt hat sich bei den Wiener Linien die Vernunft durchgesetzt", meinte der Verkehrssprecher der Wiener ÖVP, Wolfgang Gerstl. Die Video-Überwachung sei auch eine VP-Forderung gewesen. Besonders erfreut zeigte er sich über eine Zusage der Wiener Linien, wonach die Videoüberwachung 48 Stunden lang aufgezeichnet wird, um etwaige Ermittlungen unterstützen zu können. (apa)

22.3.2005 13:32