Dienstag, 22. März 2005

Todeslisten-Autorin streitet Tat ab: Frau versetzte Umhausen in Angst & Schrecken!

  • Hausfrau habe gestanden "um endlich Ruhe zu haben"
  • Bilder: Lokalaugenschein in der Gemeinde Umhausen

Die mutmaßliche Verfasserin der "Todesliste" im Ötztaler Dorf Umhausen hat sich am Dienstag vor einem Schöffensenat am Landesgericht Innsbruck trotz umfassenden Geständnisses nicht schuldig bekannt.

Die Todesdrohungen hatten für großes mediales Aufsehen gesorgt. Eine zunächst unbekannte Person hatte angekündigt, am 2. Feber 2004 insgesamt 25 Umhauser zu ermorden.

Die Staatsanwaltschaft warf der Angeklagten die Verbrechen der versuchten schweren Nötigung und der versuchten Brandstiftung sowie die Vergehen der gefährlichen Drohung und der Vortäuschung mit Strafe bedrohter Handlungen vor. Die Hausfrau hatte damals ein 17-seitiges Geständnis abgelegt. Bei der Verhandlung erklärte sie, dass sie die Taten nicht begangen habe. Sie habe gestanden, weil ihr angedroht worden sei, dass sie ihre Kinder längere Zeit nicht sehen würde, erklärte sie. Außerdem sei sie psychisch in sehr schlechter Verfassung gewesen. Sie habe "endlich Ruhe haben" wollen. Das Geständnis habe sie zwar unterschrieben, es aber nicht gelesen.

Die Angeklagte habe Details zu den Vorfällen genannt, die nur jemand mit Insiderwissen kenne, erklärte der damalige Chefermittler im Zeugenstand. Es seien auch Zwischenfragen gestellt worden, um das Geständnis zu untermauern. Die Kinder der Frau seien nicht als Druckmittel eingesetzt worden. Er habe das Gefühl gehabt, die Frau sei nach der Einvernahme erleichtert gewesen. Sie habe zwar betroffen aber doch sehr beherrscht gewirkt. (apa)

22.3.2005 12:14