Wird Vignette bald empfindlich teurer? ASFINAG erwägt Antrag auf eine Erhöhung
- Verkehrsminister Gorbach lehnt Vorhaben allerdings ab
- Steuerzahler haftet: Asfinag mit 8,5 Mrd Euro verschuldet

Schlechte Nachrichten für Autofahrer: Die Vignette könnte demnächst empfindlich teurer werden! Die mit 8,5 Milliarden Euro verschuldete Autobahnfinanzierungsgesellschaft Asfinag will einen Antrag auf Erhöhung des Vignettenpreises stellen. Verkehrsminister Hubert Gorbach hat diese Idee allerdings umgehend abgelehnt.
Die sich im Staatsbesitz befindliche Asfinag finanziert sich über Mauteinnahmen und ist derzeit zu 95 Prozent fremdfinanziert. Der Schuldenstand beträgt aktuell 8,5 Mrd. Euro, bis 2012 soll er auf 12 Mrd. Euro anwachsen. Für die Schulden haften die Steuerzahler - egal ob sie eine Pkw besitzen oder nicht.
Bis zum Jahr 2013 soll in Österreich die Region um Wien sowie die Anbindung an die osteuropäischen Beitrittsländern fertig ausgebaut sein. Dafür will die Autobahnfinanzierungsgesellschaft Asfinag - zusammen mit anderen Projekten - 6,3 Mrd. Euro in die Hand nehmen. Davon entfallen jeweils eine Mrd. auf die Anbindung der Oststaaten sowie die Steigerung der Tunnelsicherheit. Rund zwei Mrd. werden für den Lückenschluss sowie die Kapazitätserweiterung aufgewendet.
150 Mio. Euro jährlich kostet die Erhaltung der Autobahnen und Schnellstraßen
Jährlich werden rund 40 Kilometer Autobahn fertig gestellt, 70 Prozent des Budgets der im Staatsbesitz befindlichen Asfinag gehen in den Straßenneubau. Derzeit umfasst das hochrangige Streckennetz (Schnellstraßen und Autobahnen) 2.111 Kilometer, vor vier Jahren waren es 1.976 Kilometer. 140 Kilometer des Verkehrsnetzes sind Sondermautstrecken.
Finanzierung des Ausbaus durch PPP-Modell
Beim Regionalring um Wien sind 130 km fertig gestellt. 70 weitere sollen noch dazu kommen, dies wird 3,2 Mrd. Euro kosten. Die noch zu bauenden Strecken sind die S 1 Wiener Außenring Schnellstraße, Knoten Vösendorf - Schwechat Süd (13 km); S 1 Wiener Außenring Schnellstraße, Knoten Schwechat über den Knoten Süßenbrunn und Knoten Eibesbrunn (Anbindung A 5) bis Knoten Korneuburg (41,5 km); S 5 Stockerauer Schnellstraße, Kollersdorf - Grunddorf (8,5 km) und S 33 Kremser Schnellstraße, Donaubrücke Traismauer (7 km). In der Ostregion soll die Anbindung Schrick - Großebersdorf - Korneuburg - Süßenbrunn bis zum Jahr 2008 fertig gestellt sein. Die 51 Kilometer sollen 725 Mio. Euro kosten und über eine Mischung aus privater und öffentlicher Hand (PPP-Modell) finanziert werden. Die Interessensuche dafür sei bereits abgeschlossen, die Ausschreibung werde gerade vorbereitet, so Asfinag-Vorstand Franz Lückler am Mittwochabend vor Journalisten.
Antrag auf Erhöhung der Autobahnvignette
Asfinag-Vorstand Christian Trattner ließ durchblicken, dass er auch heuer einen Antrag auf eine Erhöhung der Autobahnvignette für Pkw beim Verkehrsminister beantragen wird. "Man werde auf die Kostenentwicklung hinweisen", gab er sich trotz mehrmaliger Nachfrage ausweichend. Mehreinnahmen könnte die Asfinag jedenfalls gut gebrauchen. Sie will heuer und die nächsten Jahre jeweils 1,3 Mrd. Euro investieren - demgegenüber standen 2004 Einnahmen von 1,2 Mrd. Euro (Lkw-. Pkw- und Sondermauten). Der Schuldenstand der Asfinag beträgt derzeit 8,5 Mrd. Euro, bis 2012 soll er auf 12 Mrd. Euro anwachsen. (APA/red.)
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