Dienstag, 15. März 2005

Tempo 100: VCÖ fordert Einschränkung der Geschwindigkeit auf Risikoabschnitten

  • Schnelle Reaktion des VCÖ auf die EuroRAP-Analyse
  • Die Tempolimits anderer EU-Staaten sollen Vorbild sein

Nach der aktuellen Risikoanalyse von European Road Assessment Programms (EuroRAP) gelten nur 13 Prozent des heimischen Autobahnnetzes als sehr sicher. Für den Verkehrsclub Österreich (VCÖ) sind hohe Tempo und die vielen Lkw schuld am schlechten Abschneiden von Österreichs Autobahnen.

Aus diesem Grund forderte der VCÖ Tempo 100 auf den Risikoabschnitten. Zudem müsse im Interesse der Verkehrssicherheit die Sanierung der Autobahnen Vorrang vor dem Neubau haben. Auf Großbritanniens Autobahnen gelte Tempolimit 112 km/h, in Schweden 110 km/h, in den Niederlanden 120 km/h. "Die niedrigeren Tempolimits machen sich bezahlt. Die Risikoanalyse zeigt, dass diese drei Staaten die sichersten Autobahnen Europas haben", meinte Wolfgang Rauh vom VCÖ-Forschungsinstitut. Angesichts der EuroRAP-Zahlen sollte die Forderung nach Tempo 160 vom Tisch sein, so Rauh.

Gefahr Spurrillen und Fahrbahnschäden
Eine weitere Ursache für das schlechte Abschneiden von Österreich sieht der VCÖ im zunehmenden Lkw-Verkehr. "Ein einziger 40-Tonnen-Lkw verursacht so viele Straßenschäden wie 35.000 Pkw. Über den Brenner waren im Vorjahr mehr als zwei Millionen Lkw unterwegs, auf der Tauernautobahn mehr als eine Million Lkw. Die Folge sind Spurrillen und Fahrbahnschäden, die zu Unfällen führen", stellte Rauh fest. "Schlaglöcher gefährden das Leben der Autofahrer. Wenn die Sanierung am Geldmangel scheitert und gleichzeitig Milliarden in neue Autobahnen fließen, dann läuft einiges falsch." (APA/red.)

15.3.2005 12:43