Wie gefährlich sind unsere Autobahnen? Die EuroRAP-Risikoanalyse klärt uns auf
- Nur 13 Prozent der Strecken gelten besonders sicher
- PLUS: Sichere & gefährliche Abschnitte im Überblick

·Unser Straßennetz im Sicherheitstest
Überblick: Die sichersten & gefährlichsten Strecken
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In Sachen Sicherheit auf den Autobahnen hat Österreich gegenüber anderen europäischen Straßen noch einiges aufzuholen. Das hat jetzt eine Risikoanalyse auf dem Netz der Asfinag ergeben, die im Rahmen des European Road Assessment Programms (EuroRAP) erstmals durchgeführt wurde.
So beträgt der Anteil der als besonders sicher eingestuften Strecken in Österreich etwa nur 13 Prozent, wie am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt gegeben wurde. In Großbritannien sind es hingegen 91 Prozent, in den Niederlanden 77 und in Schweden 78 Prozent. Insgesamt wurden 405 Straßenabschnitte in Österreich beurteilt: Davon erhielten 33 Strecken das Prädikat "sicherste Straße", für 357 wurde ein "geringes bis mittleres Risiko" ausgewiesen, bei 15 Abschnitten gibt es ein mittleres bis erhöhtes Unfallrisiko. Immerhin: Es gab keine einzige Strecke mit hohem Unfallrisiko. Für die Analyse wurden die Unfallzahlen mit Getöteten und Schwerverletzten der Jahre 2000 bis 2003 herangezogen und pro einer Milliarde Fahrzeugkilometer aufgerechnet.
Maßnahmen bereits in Arbeit
Die Lehren der Asfinag aus der Studie: Sie sei Ausgangsbasis für die Arbeit selbst, sagte Asfinag-Sprecher Harald Dirnbacher. "Für uns ist es wichtig zu wissen, auf was wir uns konzentrieren müssen." Das im internationalen Vergleich schlechte Abschneiden führte er auf ein "sehr altes Straßennetz" zurück, es bestehe "großes Sanierungspotenzial". Die großen wichtigen Brocken seien erledigt, "was jetzt zu tun ist, ist punktuell zu arbeiten". Unfallhäufungspunkte müssten genau analysiert werden. Bei den besonders gefährlichen Strecken seien Maßnahmen "bereits in Arbeit", wie etwa die Verbreiterung der A22 bei Korneuburg von zwei auf drei Spuren pro Fahrtrichtung.
Sicherheitsrisiko Freilandstraße
Das eigentliche Sicherheitsproblem sind aber nicht die Autobahnen, auf denen jährlich etwa 15 Prozent der Verkehrstoten in Österreich zu beklagen sind, wie Roman Michalek, Verkehrstechniker des ÖAMTC, betonte. 60 Prozent der Unfalltoten sterben auf einspurigen Freilandstraßen, ergänzte John Dawson, Vorsitzender von EuroRAP. EuroRAP soll in den nächsten Jahren weitergeführt und ausgedehnt werden. Zur Risikoanalyse soll eine Straßenbewertung mit Sternen kommen. Zudem wollen die Verantwortlichen das Projekt auf Freilandstrecken ausdehnen - ein in Österreich nicht ganz einfaches Projekt wegen der föderalen Struktur, hieß es. Verhandlungen mit Niederösterreich laufen, auch bezüglich Oberösterreich sind die Verantwortlichen optimistisch. "Dann hoffen wir auf den Domino-Effekt", sagte Michalek. (APA/red.)
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