Montag, 14. März 2005

Interessenten für Siemens-Handysparte:
"Wir schauen uns alle Gelegenheiten an"

  • Motorola und Huawei denken über einen Kauf nach
  • Optionen Schließung, Sanierung, Verkauf, Kooperation

Die krisengeschüttelte Siemens-Handysparte stößt offenbar auf Interesse beim US-Konzern Motorola sowie der chinesischen Huawei Technologies. Beide Unternehmen zeigten sich offen für den defizitären Bereich der Münchner, berichtete der "Focus". Das Magazin zitierte Motorolas Mobiltelefon-Europachef Greg Estell mit den Worten: "Wir schauen uns alle Gelegenheiten an."

Huawei-Manager Sören Pürschel sagte dem Nachrichtenmagazin: "Passen würde es. Wir haben UMTS-Handys, Siemens eine gute Marktposition." Wie das Magazin unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, haben bereits drei nicht näher genannte asiatische Konzerne die Siemens-Sparte geprüft und abgewunken. Der chinesische Haier-Konzern komme ebenfalls nicht in Frage. "Wir sind zu klein", wurde Haier-Europachef Paolo Mainardi zitiert.

Seit Monaten halten sich Spekulationen um die Handysparte von Siemens, die zuletzt Tag für Tag mehr als eine Million Euro Verlust einfuhr. Als Optionen liegen Schließung, Sanierung, Verkauf und Kooperation auf dem Tisch. Zentralvorstandsmitglied Rudi Lamprecht hatte zuletzt jedoch erklärt, der Konzern wolle sich zunächst auf die Restrukturierung konzentrieren.

Der südkoreanische Elektronikanbieter Samsung hat früheren Angaben zufolge einen Kauf der Siemens-Handysparte nie erwogen. Neben Samsung war auch über BenQ, Ningbo Bird oder LG Electronics als mögliche Partner für Siemens in dem Geschäftsbereich spekuliert worden. (apa/red)

14.3.2005 15:19