Fiona Swarovski im NEWS-Interview: Die Kristall-Erbin über Männer und mehr
- Nachlesen: Gespräch mit NEWS vom Februar 2005
Fiona Swarovski: Die Kristallerbin im großen NEWS-Interview (Ausgabe 6/2005): Welche Männer sie wirklich schwach machen.
NEWS: Frau Swarovski, verschafft einem der Job der Jet-Set-Lady auf Dauer innere Befriedigung?
Swarovski: Mein Erfolgsbeitrag ist sicher mehr, als auf Partys zu tanzen, und mein Job ist nicht der einer Jet-Set-Lady. Ich habe eine Firma namens Fiona Winter Studios gegründet, entwerfe zwei Schmuckkollektionen pro Jahr und jetzt auch eine eigene Kaschmirlinie. Ich arbeite mit vielen großen Stylisten wie Dolce & Gabbana, Dior und Gucci zusammen. Die Leute, die mich kennen, wissen, wer die richtige Fiona ist, und die Leute, die mich nicht kennen, die sollen denken, was sie wollen. Ich habe einen Job, drei phantastische Kinder, ich bin ein sehr naturbewusster, sportlicher Mensch, liebe die Tiere ...
NEWS: Mehr als die Menschen?
Swarovski: Wer sich bemüht, die Tiere zu verstehen, der kommt vielleicht auch besser an Menschen ran. Ich habe von den Tieren unter anderem viel für die Kindererziehung gelernt.
NEWS: Und zwar?
Swarovski: Die Natur lehrt uns mehr als unser unnatürliches System mit Erzieherinnen und Nannys. Ich widme meinen Kindern viel Zeit, dennoch habe ich sie sehr frei erzogen, denn die Freiheit ist das Wichtigste. Sie sollen wie ich Adler werden, die frei über allen Konventionen fliegen können, um ihre wahren Potenziale entfalten zu können. Ich nehme sehr viele Anleihen bei der Natur.
NEWS: Weil dort der Stärkere gewinnt? Sie gelten zumindest in zwischenmenschlichen Dingen als Frau, die sich nimmt, was sie will, und es in der Regel auch bekommt.
Swarovski: Nicht immer. Wenn man Stärke als Emanzipation versteht, ist das vielleicht oftmals ein Fehler. Ein großer Fehler in diesem Jahrhundert ist wahrscheinlich auch die Übertreibung der Emanzipation, diese Umkehrung der Geschlechterrollen. Warum gibt es so viele verunsicherte Männer? Weil die Frauen viel zu stark werden. Wir waren eigentlich dafür bestimmt, Kinder auf die Welt zu bringen und das Heim zu versorgen. Und irgendwann kommen wir drauf, dass wir nur mehr Topmanagerinnen sein wollen und eigentlich unsere Männer die Windeln wechseln sollten. Heutzutage spricht in einem Lokal nicht mehr der Mann die Frau an, sondern die Frau sagt: Komm mit, Baby! Das geht schon zu weit, sodass Männer oftmals Angst bekommen. Eine Frau müsste so gescheit sein, dass sie einerseits eine Dienerin ist, andererseits dem Mann mit ihrer Intelligenz das Gefühl gibt, dass ihre Ideen die seinen wären - und zwar ohne dass er kapiert, dass sie eigentlich stärker ist.
NEWS: Mit Verlaub, wie eine Dienerin wirken Sie nicht gerade.
Swarovski: Ich wirke vielleicht manchmal zu dominant, das ist gleichzeitig auch mein innerer Konflikt. Meine Sympathie gilt jenen Frauen, die liebevoll und feminin sind und sich eigentlich unterwerfen - ich liebe den starken Mann. Auch wenn es den in diesem Augenblick nicht an meiner Seite gibt. Aber ich bin gerne alleine.
NEWS: Warum - aus Resignation?
Swarovski: Weil ich noch nicht den Mann gefunden habe, der mir das gibt, was ich will.
NEWS: Was muss dieser Wunderwuzzi denn können?
Swarovski: Er sollte so sein, dass ich mich durch seine Gegenwart stark fühle, mich aber trotzdem an seine Schulter legen kann, wenn's mir schlecht geht. Er muss einer sein, der sagt: "Lehn dich an mich, wir finden für alles eine Lösung." Das hat nicht nur mit Charakterstärke zu tun, sondern viel mit Sensibilität. Der Mann, in den ich mich wahrhaft verlieben könnte, muss hochsensibel sein, eine sehr gute Menschenkenntnis haben und mich nehmen, wie ich bin.
NEWS: Sie zu nehmen, wie Sie sind, scheint nicht immer ganz einfach zu sein.
Swarovski: Es ist nicht leicht, an mich heranzukommen - dabei will ich doch eigentlich nur ein wenig Sensibilität. Doch eigentlich ist es ja schön, Single zu sein und niemanden zu haben, der neben mir die Fernsehprogramme rauf- und runterzappt. Ich kuschle im Bett mit meinen großartigen Kindern und mit meinen Hunden - ist das nicht wunderschön?
NEWS: Heißt das, dass Sie den Traum von der großen Liebe begraben haben?
Swarovski: Ich weiß nicht, Liebe ist doch das schwierigste Wort der Welt. Liebe ist - wenn man nichts weiter fordern muss und mit dem glücklich ist, was man hat. Zu Liebe gehört vor allem Zweisamkeit. Aber warum funktioniert heutzutage keine Ehe mehr? Vielleicht weil wir Frauen zu dominant sind. Aber einer muss in den Vordergrund, einer in den Hintergrund, anders funktioniert das nicht. Wir Frauen haben vielleicht ein schon zu starkes Geltungsbedürfnis. Dabei ist die richtige Fiona wahnsinnig fragil und sensibel, doch das interessiert niemanden, das wäre ja viel zu langweilig.
NEWS: Stichwort Langweile: Ist der Wanderzirkus der Schönen und Reichen, der Sie als eine der Seinen vereinnahmt hat, mitunter nicht auch stinkfad?
Swarovski: Ich kann in einer Gesellschaft den Hochadel sehen wie auch den Fischer von Capri, wahrscheinlich verstehe ich mich mit dem Fischer sogar besser. Mich interessieren die Menschen und ihr Inneres.
NEWS: Ist es Teil der Faszination Fiona, dass Sie Männern Angst machen?
Swarovski: Ich weiß nicht, eher nein. Die Männer verlieben sich eher in mich, weil sie meine weiche Seite entdecken. Ich bin eine Frau voller Konflikte und Gegenteile - Fiona, die Starke, Fiona, die Schwache. So paradox das klingen mag, aber bin wahnsinnig schüchtern. Ich baue einen Panzer um mich herum auf, weil ich nicht will, dass die Leute mich so sehen, wie ich bin. Vielleicht bin ich in meinem Leben schon zu oft verletzt worden, um noch etwas von meinem wahren Ich preisgeben zu wollen.
NEWS: Spielen Sie mit Männern?
Swarovski: Ich spiele nicht mit ihnen, aber ich lasse es auch nicht zu, dass man mit mir spielt. Aber interessieren sie mich im Moment wirklich? Gibt es wirklich den Richtigen für mich? Ich weiß es nicht.
NEWS: Capri hin, Kitzbühel her - schwingt in Ihren Worten nicht etwas Einsamkeit mit?
Swarovski: Nein, derzeit nicht - noch nicht. Diese Einsamkeit werde ich vielleicht haben, wenn sich mein viereinhalbjähriges Töchterchen Tayla nicht mehr an mich kuscheln wird. Heute fühle ich diese Einsamkeit nicht, aber ich spüre, dass sie sich in zehn Jahren einschleichen könnte.
NEWS: Weil Sie sich nicht rechtzeitig um Ihr bürgerliches Glück gekümmert haben, um jetzt in Ruhe altern zu können?
Swarovski: Mein Mann und ich mit Spazierstöcken, auf einer Parkbank sitzend, ich an seiner Schulter lehnend. Ja, ich glaube, danach werde ich mich irgendwann einmal sehnen, aber vielleicht geht dieser Traum ja noch in Erfüllung.
NEWS: Sitzen Sie manchmal vorm Spiegel und denken sich: Mein Gott, bin ich alt?
Swarovski: Vor zwei Wochen bin ich 40 geworden, und zwei, drei Tage zuvor hatte ich das Gefühl der Torschlusspanik. Aber ist das Alter wirklich wichtig, wollen wir uns liften lassen und dann doch irgendwann aussehen wie Mumien? Nicht Botox bringt Damengesichter zum Glänzen, sondern Kristalle.
