Polizei-Ermittler voreingenommen? Jackson-Verteidiger attackiert Polizei!
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Angebliches Jacko-Opfer knickte mehrmals ein
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Michael Jackson
Chronologie von Februar 2003 bis zum Jänner 2005
Die Verteidigung von Michael Jackson hat die Ermittlungen gegen den amerikanischen Popstar erneut als einseitig und voreingenommen dargestellt. Chefermittler Steve Robel habe die Familie des mutmaßlichen Opfers, einem heute 15-jährigen Buben, zur Klage ermuntert, erklärte Jackson-Anwalt Robert Sanger vor dem Gericht im kalifornischen Santa Maria.
Sanger konfrontierte den Polizisten Robel am Mittwoch mit Tonbandaufnahmen, auf denen er der Familie versichert, sie tue das Richtige: "Mir ist es egal, wie viel Geld sie haben. Er ist derjenige, der Unrecht begangen hat. Wir werden versuchen, ihn vor Gericht zu bringen", sagte Robel. Dies zeige, dass der Polizist nicht unvoreingenommen gewesen sei und gar nicht die Wahrheit herausfinden wollte, erklärte der Anwalt. Der Polizist erklärte dagegen, im Zuge seiner Ausbildung habe er gelernt, auf diese Weise verängstigte Opfer zur Aussage zu ermuntern.
Robel berichtete weiter, der Bub habe bei einer ersten Vernehmung ausgesagt, er sei "fünf bis sieben Mal" von Jackson missbraucht worden. Genauer schildern konnte er aber von Anfang an nur zwei Vorfälle. Vor Gericht hatte der Jugendliche erklärt, Jackson habe zwei Mal Hand an ihn gelegt, möglicherweise sei dies aber noch öfter vorgekommen. Eine Erklärung für diese scheinbar widersprüchliche Aussage könnte sein, dass der Junge nach Aussage seines Bruders zwei Mal auch im Schlaf von Jackson missbraucht wurde.
Jackson wird vorgeworfen, im Frühjahr 2003 den damals 13-Jährigen auf seiner Neverland-Ranch mehrfach sexuell missbraucht und mit Alkohol gefügig gemacht zu haben. Der Popstar hat die Anschuldigungen wiederholt bestritten. Im Falle eines Schuldspruchs drohen ihm mehr als 20 Jahre Haft.
Der Anklage zufolge wurden der Bub und seine Familie einen Monat auf Jacksons Anwesen festgehalten. Der Popstar habe in dieser Zeit mit ihnen ein Video drehen wollen, um eine belastende TV-Dokumentation über ihn zu widerlegen. Im Kreuzverhör gab das mutmaßliche Opfer zu, er habe verschiedene Gelegenheiten zur Flucht verstreichen lassen, weil er nicht fliehen wollte. "Mir hat es auf Neverland gefallen. Es war wie Disneyland", sagte er.
Die Familie verließ die Ranch endgültig im März 2003. Danach hätten Jacksons Angestellte die Familie allerdings überwacht. "Sie wollten, dass wir uns nie in verschiedenen Gegenden aufhielten. Wir sollten immer zusammen bleiben."
Michael Jackson beginnt die Prozesstage mit einem Telefongespräch mit dem Pfarrer und Bürgerrechtler Jesse Jackson. Seine Sprecherin sagte, Jackson stehe gewöhnlich um 04:30 Uhr auf und telefoniere dann mit dem Reverend. "Die beiden sprechen miteinander und beten zusammen", sagte die Sprecherin. "Ich berate ihn und seine Familie", erklärte der Bürgerrechtler. (apa/red)
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