Wirtschaftskammer-Wahl: VP- und SP-Unternehmer gewinnen, RFW halbiert!
- RFW nur 9,9 Prozent nach noch 19,6 im Jahr 2000
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·VP & SP gewinnen, FPÖ wurde halbiert!
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auf die WK-Wahlen!
Die Direktwahl des Urnengangs zur Wirtschaftskammer 2005 ist geschlagen. In der Wahl für die Fachorganisationen hat der Wirtschaftsbund (WB) um 2,4 Prozentpunkte seine Mehrheit auf 70,4 (bisher 68) Prozent der Stimmen ausgebaut, die absolute Mehrheit in allen Ländern konnte gehalten werden. Die stärksten Gewinne konnte freilich der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband (SWV) verbuchen, der mit 13 Prozent (9,8 Prozent im Jahr 2000) sein Wahlziel ebenfalls erreichte.
Halbiert wurde dagegen die Freiheitliche Unternehmerorganisation Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender/RFW, die 9,9 Prozent der Stimmen nach 19,6 Prozent im Jahr 2000 bekam. Die bundesweit erstmals kandidierenden Grünen erzielten mit 4,5 Prozent einen Achtungserfolg und werden in einigen Wirtschaftsparlamenten einiger Länder vertreten sein.
Die Wahlbeteiligung lag mit 48 Prozent um 5,5 Prozentpunkte unter der Beteiligung des Jahres 2000.
Wien: Wirtschaftsbund verteidigt "Absolute"
Erfolg für den Wirtschaftsbund bei den Kammerwahlen in Wien: Die "Absolute" konnte trotz leichter Verluste sowohl in Stimmen (50,5 Prozent) als auch Mandaten (51) gehalten werden. Der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband konnte deutlich zulegen, auch die Grünen verzeichneten Zuwächse. Die Fachliste der gewerblichen Wirtschaft - RFW stürzte ab. Insgesamt haben in Wien 30.255 Personen ihre Stimme abgegeben. Die Wahlbeteiligung lag bei 32,1 Prozent.
Die Wahlbeteiligung bei den am Dienstag zu Ende gegangenen Wahlen zur Wirtschaftskammer (WKÖ) ist nach inoffiziellen Angaben vom Mittwochvormittag um gut 5 Prozentpunkte auf unter 50 Prozent gesunken. Sie beträgt diesmal 48 Prozent nach 53,5 Prozent im Jahr 2000, efuhr die APA aus informierter Quelle. Speziell in den freiheitlichen Wähler-"Hochburgen", Kärnten, Oberösterreich und Tirol sollen überdurchschnittlich viele Wähler zu Hause geblieben sein.
Steiermark: Wirtschaftsbund baute aus, RFW fast halbiert
Die Wirtschaftskammer-Wahlen brachten in der Steiermark am Mittwoch nach der Stimmenauszählung einen Riesenerfolg für den ÖVP-nahen Wirtschaftsbund. Mit 74,3 Prozent konnte das Rekordergebnis von 2000 mit 71,5 Prozent sogar noch übertroffen werden. Der Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW) wurde bei den Stimmen mit einem Minus von 7,9 Prozentpunkten fast auf 11,4 Prozent halbiert (2000: 19,3). Der SPÖ-Wirtschaftsverband erreichte sein Wahlziel mit dem Sprung auf die "Zweistelligkeit (plus 4 Prozentpunkte von 6,7 auf 10,7 Prozent). Die erstmals antretenden Grünen erreichten 3,1 Prozent, schafften den WK-Einzug und stellen nun sogar einen Kammerrat.
Tirol: Wirtschaftsbund baut Führung aus
In Tirol konnte der ÖVP-Wirtschaftsbund konnte nach dem inoffiziellen Endergebnis erwartungsgemäß seine Position ausbauen und legte von 75,4 Prozent auf 82,6 Prozent zu, erfuhr die APA aus der Interessensvertretung. Die Freiheitlichen stürzten nach den heftigen parteiinternen Turbulenzen der vergangenen Wochen von 16,2 Prozent auf 5,7 Prozent ab.
Verluste gab es auch für den SWV (SPÖ), der von 6,5 Prozent auf 4,5 Prozent abnahm. Die erstmals kandidierenden Grünen kamen auf 3,2 Prozent, die Liste der Tiroler Industrie auf 0,2 Prozent. Sonstige Listen erreichten 3,8 Prozent.
Die Wahlbeteiligung fiel deutlich niedriger aus als noch im Jahr 2000. Mit 42 Prozent (2000: 51,2 Prozent) lag sie auch unter dem Bundeswert von 48 Prozent.
Kärnten: Wirtschaftsbund baute Absolute aus
Der Wirtschaftsbund in Kärnten unter seinem Präsidenten Franz Pacher hat bei der Wirtschaftskammer-Wahl seine knappe absolute Mehrheit ausbauen können. Der Wirtschaftsbund legte von 50,4 auf 53,14 Prozent zu, das ist ein Zuwachs von 2,74 Prozentpunkten. Der Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW) mit dem Spitzenkandidaten Albert Gunzer, der die Mehrheit Pachers brechen wollte, musste hingegen schwere Verluste hinnehmen.
Der RFW brach um 9,29 Prozentpunkte ein und fiel von 38,2 Prozent auf 28,91 Prozent zurück. Über Zugewinne freuen konnte sich der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband (SWV) mit Leopold Sever an der Spitze. Er steigerte sich um 2,78 Prozentpunkte von 9,22 auf 12,0 Prozent. Die erstmals kandidierenden Grünen mit Spitzenkandidat Albrecht Grießhammer erreichten mit 3,0 Prozent den Einzug ins Kammerparlament.
OÖ: Wirtschaftsbund gestärkt, RFW halbiert
Der Wirtschaftsbund (WB) ist aus der Wirtschaftskammerwahl in Oberösterreich gestärkt hervorgegangen und hat den ersten Platz klar verteidigen können. Der Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW) landete zwar wie bei der Wahl im Jahr 2000 auf Platz zwei, allerdings mit weniger als der Hälfte der Stimmen von damals. Der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband (SWV) behielt mit leichten Gewinnen knapp dahinter den dritten Platz, gefolgt von der erstmals angetretenen Grünen Wirtschaft, der ebenfalls neuen Liste der oberösterreichischen Industrie und den übrigen Listen.
Der WB erreichte 28.871 Stimmen oder 72,95 Prozent gegenüber 67,38 Prozent im Jahr 2000. Damit entfallen 979 Mandate auf den Wirtschaftsbund. Der RFW stürzte mit 4.198 Stimmen von 23,11 Prozent auf 10,61 Prozent ab. Er erreichte 110 Mandate. Der SWV erzielte 3.869 Stimmen und konnte damit von 8,56 Prozent leicht auf 9,78 Prozent zulegen. Auf ihn entfallen 87 Mandate.
Salzburg: Wirtschaftsbund baute Machtposition aus
In Salzburg konnte der Wirtschaftsbund seine Machtposition von bisher 69,64 Prozent der Stimmen auf 75,30 Prozent ausbauen. Erfreulich war das Wahlergebnis auch für die "Grüne Wirtschaft". Sie erzielte 3,39 Prozent und schaffte somit den Einzug ins Wirtschaftsparlament. Die "Freiheitlichen Unternehmer" (DFU), die heuer erstmals mit einer eigenen Liste antraten, erhielten nur 2,50 Prozent und sind damit nicht im Parlament vertreten.
Vorarlberg: "Vorarlberger Wirtschaft" mit 825 von 864 Mandaten
Die Liste "Vorarlberger Wirtschaft" bleibt die unangefochten führende Kraft in der Vorarlberger Wirtschaftskammer. Das Wahlbündnis, das sich aus Kandidaten der den ÖVP, SPÖ und FPÖ nahe stehenden Verbänden zusammensetzt, erreichte bei der Wirtschaftskammer-Wahl 825 von 864 Mandaten. Die restlichen 39 Mandate entfallen auf die "Grüne Wirtschaft", die sich im Ländle zum ersten Mal zur Wahl stellte. (apa)
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