Italiens Flugbegleiter legen Arbeit nieder: Alitalia streicht wegen Streiks rund 90 Flüge
- Verbindungen nach Österreich sind nicht betroffen
- Belegschafts-Kritik: Sanierungsprozess dauert zu lang
Wegen eines bevorstehenden Streiks der Flugbegleiter wird die Alitalia für Mittwoch 88 Flüge streichen. Es handelt sich dabei um 54 Verbindungen innerhalb Italiens sowie 32 internationale und zwei interkontinentale Flüge, wie die Fluggesellschaft in Rom mitteilte. Betroffen sind laut Alitalia-Angaben keine Verbindungen nach Wien.
Die Alitalia-Flugbegleiter waren zuletzt am 21. Februar in den Ausstand getreten, damals fielen 176 Flüge aus. Die Streikenden protestieren nun unter anderem gegen eine angekündigte Streichung von 3.700 Stellen.
Die Arbeitsniederlegung ist ein Zeichen des Unmuts der Belegschaft über den Sanierungsprozess bei Alitalia, der länger andauert, als erhofft. Die Ergebnisse in den ersten zwei Monaten 2005 liegen unter den Erwartungen von Alitalia-Chef Giancarlo Cimoli. Er rechnet mit weiteren Verlusten nach dem Debakel im abgelaufenen Jahr. Die Gewerkschaften befürchten weitere Stellenkürzungen.
Laut der vom Verwaltungsrat gebilligten Bilanz machte die Fluggesellschaft 2004 einen Verlust von 462 Millionen Euro. Wenn man die außerordentlichen Belastungen hinzurechne, ergebe sich ein Minus von mindestens 800 Millionen Euro.
Auf Anfrage der Börsenaufsichtsbehörde Consob teilte die Airline mit, bereits ein Viertel des staatlich abgesicherten Überbrückungskredits von 400 Millionen Euro in Anspruch genommen zu haben. Da dieser binnen Jahresfrist zurückgezahlt werden müsse, stehe in Cimolis Sanierungsplan eine Kapitalerhöhung von 1,2 Millionen Euro festgeschrieben. Diese ist jedoch immer noch nicht von der EU freigegeben worden.
Gleichzeitig will der CEO die geplante Fusion mit dem Partner Air France beschleunigen. Die Franzosen erwägen eine Übernahme von 20 Prozent an der Fluglinie. (apa/red)
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