Aufregung um Chefarztpflicht: Ärzte drohen mit Aufstand gegen Hauptverband
- Ärztekammer: Mehr "freie" Medikamente gefordert
- Hauptverband reagiert gelassen auf Androhungen
·Mehrheit lehnt die Chefarztpflicht ab
Umfrage: Ärzte & Patienten plädieren für Abschaffung
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Die Ärztekammer droht mit einem Aufstand. Es gebe zu viele chefarztpflichtige Medikamente, obwohl der Hauptverband eine deutliche Reduktion versprochen hat. Wenn der Hauptverband so weitermache, werde dieses Ziel nicht erreicht "und dann wird es einen Aufstand der Ärzteschaft geben", warnt Ärztekammer-Präsident Reiner Brettenthaler.
"Mich beeindrucken solche Drohungen nicht", reagierte Hauptverbands-Chef Josef Probst auf Brettenthalers in der ZiB 2 getätigte Aussagen. "Kooperation ist angesagt, nicht Patientenverunsicherung." Bereits 500.000 Verschreibungen seien chefarztfrei geworden, weitere Medikamente sollen in Zukunft chefarztfrei gemacht werden.
Die Ärzte beklagen, dass in der alltäglichen Praxis viele Medikamente chefarztpflichtig wurden, die besonders häufig benötigt werden. Außerdem sei der bürokratische Aufwand viel höher geworden. Sogar ein Großteil des für Hausbesuche benötigten Verbandmaterials müsse zuerst vom Hauptverband per Fax genehmigt werden, beklagten Ärzte in der ZiB2.
52 Prozent erhalten Medikamente doch
Heiße Frage Chefarztpflicht für Medikamente. Laut einer Untersuchung des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger erhalten rund 52 Prozent der Patienten, bei welchen die Anträge auf Kostenübernahme eines Medikamentes abgelehnt wurden, dieses dann doch noch. Der Grund für die Ablehnung liegt laut Autor Gottfried Endel vor allem in der mangelnden Begründung des Antrages durch die Ärzte.
Bei der Pharmig (Vereinigung der pharmazeutischen Industrie) hingegen wird sowohl die hohe Rate jener Patienten kritisiert, welche schließlich doch noch das jeweilige Medikament erhielten als auch der Anteil von fast 40 Prozent, bei dem Kranke nach der ersten Ablehnung offenbar überhaupt keine Behandlung bekamen.
(apa/red)
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