Freitag, 18. März 2005

UEFA-Cup-Märchen geht weiter: Violette Helden feierten bis lange nach Mitternacht!

  • Generalmanager Polster: "Bin stolz auf meine Austria"
  • PLUS: Die BILDER der heroischen Europacup-Nacht!

Das violette Fußball-Märchen im UEFA-Cup geht am 7. und 14. April weiter! Nach Athletic Bilbao eliminierte Austria Magna am späten Donnerstag mit dem 2:2 auswärts auch den regierenden spanischen Cupsieger Real Saragossa und steht erstmals nach 20 Jahren wieder im Europacup-Viertelfinale. "Ich bin ehrlich stolz darauf, was meine Mannschaft geboten hat. Sie hat einen unglaublichen Willen gezeigt", stimmte Toni Polster, der Generalmanager mit spanischer Spieler-Vergangenheit, in den nächtlichen Veilchen-Jubel ein.

Die Stimmung erreichte mit dem Schlusspfiff im Estadio de la Romareda, wo die Aragonier seit 1987 keines ihrer nunmehr 21 Europacup-Heimspiele verloren haben, ihren Höhepunkt und fand bis weit nach Mitternacht im Fünf-Sterne-Hotel Palafox ihre Fortsetzung. Dort knallten die Sektkorken, genehmigten sich einige Helden eine Zigarre und alle sangen im Chor. Die Freudenszenen unmittelbar nach dem Spiel beschrieb Sportmanager Günter Kronsteiner so: "Es waren fast schon sexuelle Übergriffe".

Solche Erlebnisse und Momente schweißen eine Mannschaft zusammen, relativierte der Steirer später seine erste Emotionen. "Es gibt bei uns ein taktisches und menschliches Gefühl der Zusammengehörigkeit", fügte Trainer Lars Söndergaard hinzu. Dazu kommt, dass intern über jedes Problem offen geredet werde. Der Steirer und der Däne ergänzen einander, liegen in Sachen Fußball auf einer Linie. "Er ist der Taktiker und ich bin der Motivator", erklärt Kronsteiner das Geheimnis des Duos auf dem Feldherrnhügel.

Austria-Tore bereits im Training einstudiert
Der Erfolg gibt dem Paar recht - in Saragossa sind die beiden einmal mehr goldrichtig gelegen, auch schon im Training. "Wir haben diese Situationen im Training geübt", meinte Kronsteiner in Bezug auf die beinahe identischen Treffer durch Papac und Dosunmu jeweils nach Sionko-Freistoßflanke zum 1:0 und 2:0.

Der Sportchef zollte seinem Personal Lob: "Die Mannschaft ist reifer geworden". Sie habe gegen Real Saragossa wieder eine Top-Leistung, vor allem in kämpferischer Hinsicht, geboten und nach dem Ausschluss von Torhüter Didulica bzw. dem Ausgleich Moral gezeigt, resümierte Söndergaard. Dem Kroaten machte wegen der Roten Karte beim Stande von 2:0 für die Gäste niemand einen Vorwurf. "Er hat zwar unser Taktik über den Haufen geworfen, aber heute verzeihe ich alles, auch seinen Ausflug", meinte Kronsteiner.

Didulica über seinen Ausflug verärgert
Didulica, dessen Mutter und Freundin auf der Tribüne saßen, ärgerte sich über den Ausschluss am meisten. "Mit meiner Erfahrung und Klasse darf mir das nicht passieren. Rot war in Ordnung, obwohl ich nicht letzter Mann war, sondern es wegen des Fouls war". Er muss mit mindestens zwei Spielen Sperre rechnen und wird seinen Ersatzmann Safar "helfen und unterstützen, wo ich kann". Von einem "unglaublichen Spiel" und einem "einzigartigen Kampfgeist, mit dem man jedes Match gewinnen kann", sprach Ernst Dospel.

Auch Mäzen Frank Stronach, der vom Stadion aus durch seinen Statthalter Andreas Rudas laufend telefonisch informiert worden war, ließ aus Kanada wissen, dass er "wirklich sehr glücklich" sei und bei beiden Viertelfinal-Partien auf der Tribüne sitzen werde. (apa/red)

18.3.2005 11:29