Skifliegen in Planica: Andreas Widhölzl gelingt der weiteste Flug aller Zeiten
- ÖSV-Adler steht Landung bei 234,5 Meter aber nicht
- Österreicher stehen vor zehntem Sieg im Nationencup
·Skispringen: 5. Sieg
für Matti Hautamäki
Finne siegt wieder, Rekord für Andi Widhölzl in Oslo
Zwar waren noch nicht alle Athleten vertreten, aber schon am ersten Trainingstag beim Weltcupfinale in Planica hat ein Österreicher für Aufsehen gesorgt: Andreas Widhölzl, der am vergangenen Sonntag in Oslo einen neuen Schanzenrekord aufgestellt hat, segelte im ersten Flug auf sensationelle 234,5 m hinunter. Durch den hohen Druck brach ihm aber leider eine Schuhnaht und der Tiroler konnte den weitesten Flug aller Zeiten nicht stehen, der Weltrekord bleibt in Händen von Matti Hautamäki (231 m/Planica 2003).
"Das ist trotzdem etwas Tolles für den österreichischen Sprungsport, den weitesten, je geflogenen Sprung zu haben", freute sich ÖSV-Cheftrainer Alex Pointner. Erst am Mittwochnachmittag habe man sich entschieden, schon im ersten Training dabei zu sein und auf den Weltrekord loszugehen, erklärte der Tiroler. Unmittelbar nach Widhölzl, der aus Luke 12 gestartet war, wurde um zwei Luken verkürzt, womit Thomas Morgenstern "nur" bei 215 m landete. Der Kärntner war in den Durchgängen zwei und drei mit 221,5 und 216 m jeweils Dritter. Stark auch Björn-Einar Romören (NOR) mit 225,5 (2.) - 227,5 (1.) und 214,5 (4.) m.
Nicht mit von der Partie waren u.a. die finnische sowie ein Großteil der deutschen Mannschaft, und von den Österreichern fehlten Martin Höllwarth und Wolfgang Loitzl, die erst am Donnerstag anreisten. Der beste Versuch von Andi Goldberger war im dritten Durchgang (188 m/21.), Martin Koch landete im ersten Durchgang bei 206,5 (14.), Andreas Kofler im ersten bei 195,5 (23.).
Für Pointner zählen Widhölzl und Morgenstern auf Grund ihrer Formentwicklung für die beiden Einzelbewerbe am Samstag und Sonntag zu den Mitfavoriten. "Das ist eine andere Ausgangsposition. Swider hat schon auf dem Holmenkollen im zweiten Durchgang gezeigt, was er draufhat. Ich habe da schon gesagt, dass er in der Lage ist, Weltrekord zu springen. Er und Morgi sind in Topform, sie können um den Sieg mitspringen", hofft der ÖSV-Cheftrainer auf einen tollen Saison-Abschluss.
Das ÖSV-Team hat übrigens ausgezeichnete Chancen, zum insgesamt zehnten Mal den Nationencup für sich zu entscheiden. Mit 447 Zählern Vorsprung auf Finnland ist ihnen dieser nur noch schwer zu entreißen. Allerdings hat Matti Hautamäki mit seinem 13. Weltcupsieg in der ewigen Weltcupbilanz nach Nationen Finnland mit nunmehr insgesamt 133 Siegen auf Platz eins gebracht, Österreich liegt mit 132 dahinter. Mit bisher insgesamt 17 Saisonsiegen hat "Suomi" auch den bisherigen Rekord von Deutschland (15 in der Saison 99/00) überboten.
Und Weltcupsieger Janne Ahonen sowie der zuletzt fünf Mal in Serie erfolgreiche Matti Hautamäki zählen freilich auch in Planica zum engsten Favoritenkreis ebenso wie die Norweger, Adam Malysz und Jakub Janda. (apa)
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