Dienstag, 15. März 2005

Olympia 2014 in Salzburg: Verbände sehen Vorteile für Sportler, Grüne sind skeptisch

  • Sportreferent Raus sieht nur Positives an Bewerbung
  • Salzburgs Grüne vermissen Nachhaltigkeit der Spiele

Salzburgs Sport hofft auf die olympischen Winterspiele 2014. "Olympische Spiele werden Investitionen in Sportstätten, Motivation für junge Menschen zu Gunsten des Sports und eine generelle Hebung des Wertes Salzburgs als Austragungsstätte für internationale Sportveranstaltungen bringen." Dies betonten am Dienstag Landessportreferent LHStv. Othmar Raus (S) sowie die Vertreter der Dach- und Fachverbände bei einem Pressegespräch.

Die Vorteile kämen dem Sport ohne finanzielle Nachteile zu Gute: Die Bewerbung und Durchführung werde nicht aus dem normalen Sportbudget bezahlt, betonte Raus.

Im Jahr 2005 habe sich Salzburg schon über eine Reihe von großartigen Erfolgen der Skisportler und Snowboarder freuen können. Seit Dezember fanden in diesen Sportarten auch wieder einige hervorragende Weltcupveranstaltungen im Land Salzburg statt. "Salzburgs Stärke im Wintersport könnte 2014 mit Goldmedaillen bei Olympischen Winterspielen auf den eigenen Pisten einen Höhepunkt finden," sagte Raus.

Der Sportreferent sowie die Vertreter der Dach- und Fachverbände zeigten aber vor allem die Vorteile für die 900 Sportvereine des Landes auf. Olympia könnte Impulsgeber in vielerlei Hinsicht werden. "Olympia ist mehr denn je das wichtigste Sportereignis der Welt und auch in den Hoffnungen und Sehnsüchten unserer ambitionierten Nachwuchssportler tief verwurzelt. Olympia im eigenen Land und vor heimischen Publikum ist ein Ziel, das im wahrsten Sinne des Wortes bewegt und über so manches Motivationsloch hinweghilft", hieß es.

Salzburgs Grüne vermissen Nachhaltigkeit
Auf die Risiken einer Olympia-Bewerbung wiesen Salzburgs Grüne hin. Sie zitierten dabei aus einer Evaluierungsstudie, die das Institut für Höhere Studien (IHS) im Auftrag des Österreichischen Olympischen Komitees (OÖC) über Salzburgs Bewerbung für Olympia 2010 erstellt hatte. "Olympia erfüllt die Anforderungen an Nachhaltigkeit nicht", zogen Landessprecher Cyriak Schwaighofer und der Klubobmann der Bürgerliste (die Grünen in der Stadt) im Gemeinderat, Helmut Hüttinger, bei einem Pressegespräch das Fazit.

"Es eint alle Olympia-Städte, dass ihre Erwartungen völlig überzogen sind und ausnahmslos nicht erfüllt wurden", sagte Hüttinger. "Die Prognosen, welche ein dynamisches Wachstum durch den positiven Imageeffekt voraussagten, wurden nicht erfüllt", heißt es in der Studie etwa über die Spiele 1994 in Lillehammer. Bekanntheitsgrad und Image der Region hätten sich verbessert, "allerdings scheinen diese beiden Faktoren alleine für eine Änderung der Reisegewohnheiten nicht auszureichen", heißt es weiters.

Effekte für Tourismus sind nicht garantiert
"In Summe gilt, dass langfristige Effekte für den Tourismus des Landes alleine durch die Olympischen Winterspiele nicht garantiert werden können, sondern es vielmehr darauf ankommt, die relative Position im Wettbewerb der Tourismusdestinationen ständig zu verbessern und in Infrastruktur und Angebot zu investieren", wird in der Studie über Salzburg 2010 resümiert.

Schwaighofer meinte, dass viele der von der Abeiterkammer erwarteten 1.800 zusätzlichen Jobs an "importierte" Arbeitskräfte aus dem östlichen EU-Raum vergeben werden könnten.

Kritik übten die beiden auch an den Vertretern von ÖVP und SPÖ, die hinter der neuerlichen Bewerbung Salzburgs stehen, sich aber einer Diskussion vor der Volksbefragung am 3. April nicht stellen würden.
(apa)

15.3.2005 13:12