Montag, 14. März 2005

Experte warnt: "Johannes Paul II. ist zu früh aus dem Spital entlassen worden"

  • Der Heilige Vater wird im Vatikan weiter behandelt
  • PLUS: Papst verlässt Krankenhaus nach 18 Tagen

Der Papst, der am Sonntag nach 18 Tagen in der römischen Gemelli-Klinik in den Vatikan zurückgekehrt ist, hat eine ruhige Nacht verbracht. Wie aus Vatikan-Kreisen am Montag verlautete, wird der Heilige Vater weiterhin von den Ärzten des Gemelli-Krankenhauses behandelt. Er setzt auch seine Atem- und Stimmübungen fort, die er nach der Luftröhrenoperation am 24. Februar begonnen hat.

Der Phoniater (Experte für Erkrankungen des Stimmapparats, Anm.) an der römischen Universität "La Sapienza", Giancarlo Cianfrone, warnte, dass der Papst zu früh aus dem Krankenhaus entlassen worden sei. "Ich hätte ihn noch ein oder zwei Wochen im Spital behalten", betonte Cianfrone im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera "Montag-Ausgabe).

"Der Papst wird blendend von den Kollegen der Gemelli-Klinik im Vatikan behandelt, es wird jedoch nicht wie im Krankenhaus sein. Dort gibt es keine Intensivstation. Bei einer neuen Atmungskrise wäre eine neuerliche Spitalseinlieferung notwendig", so der Arzt.

Auf die Frage, ob sich die Stimme des Papstes noch bessern wird, antwortete Cianfrone: "Die Stimme könnte wie vor der Operation werden, wenn es der allgemeine Zustand des Papstes erlaubt. Die Worte werden jedoch zitternd bleiben, der Ton schwach", sagte er.

Der Papst - im Rollstuhl und umringt von seinen Mitarbeitern - hatte am Sonntag aus seinem Zimmer im zehnten Stock der Gemelli-Klinik die polnischen Pilger aus seiner Heimatstadt Wadovice begrüßt, die sich vor dem Spital versammelt hatten, sowie die "Legionäre Christi". Danach wünschte er den Gläubigen eine schöne Woche. Drei Mal segnete er die Menschenmenge, die ihm freudig zuwinkte. Die Stimme klangt schwach aber verständlich. (apa)

14.3.2005 10:40