Nach Terror im Januar und Februar: ETA bekennt sich zu 8 Anschlägen in Spanien
- Mehr als 40 Menschen wurden bei Explosionen verletzt
- Französische Polizei nahm drei ETA-Terroristen fest
Die baskische Untergrundorganisation ETA hat sich zu acht Terroranschlägen seit Jahresbeginn bekannt, bei denen insgesamt 45 Menschen verletzt worden waren. In einem Schreiben, das am Sonntag von der baskischen Zeitung "Gara" abgedruckt wurde, übernahm die ETA unter anderem die Verantwortung für die Explosion einer Autobombe am 9. Februar vor dem Madrider Messegelände.
Dort wollte König Juan Carlos wenig später eine internationale Kunstmesse eröffnen. Die ETA bekannte sich außerdem zu Anschlägen in den Ferienorten Denia und Villajoyosa an der spanischen Mittelmeerküste, zur Zündung einer Autobombe in Getxo bei Bilbao und zu Anschlägen auf mehrere Firmen. Laut ETA richteten sich die Anschläge gegen "Vertreter von Politik und Wirtschaft, die sich für die Unterdrückung des Baskenlands und gegen eine politische und demokratische Lösung des Konflikts einsetzen".
Die französische Polizei nahm am Samstag bei Montpellier drei mutmaßliche ETA-Terroristen fest. Die zwei Männer und eine Frau hatten nach Angaben des Madrider Innenministeriums in den Osterferien möglicherweise Anschläge auf touristische Einrichtungen an der spanischen Mittelmeerküste geplant. Bei der Durchsuchung der Wohnung der Verdächtigen hätten die Beamten eine Pistole, chemische Mittel sowie gefälschte Ausweise und Autokennzeichen sichergestellt, teilte das Ministerium mit.
Einer der Festgenommenen soll bereits im vergangenen Sommer an Bombenanschlägen an der Mittelmeerküste beteiligt gewesen sein. Ein Komplize soll bei der ETA für die Erpressung von Unternehmern im Baskenland und die Einziehung von Schutzgeldern ("Revolutionssteuer") zuständig gewesen sein.
Die ETA kämpft seit fast 40 Jahren für einen unabhängigen Baskenstaat in Nord-Spanien und Süd-Frankreich. Bei Anschlägen hat die Organisation, die von den USA und der Europäischen Union als terroristische Vereinigung eingestuft wird, insgesamt mehr als 830 Menschen getötet. In den vergangenen Jahren nahm die Gewalt jedoch spürbar ab, so dass Rufe nach Gesprächen mit der Gruppe über ein Ende des jahrzehntelangen Konflikts laut geworden sind. Anders als das konservative Vorgängerkabinett ist die neue sozialistische Regierung in Spanien grundsätzlich zu Verhandlungen mit der ETA bereit, fordert aber zuvor einen bedingungslosen und unbefristeten Waffenstillstand. (apa)
