"Andere Optionen" in Erwägung: USA erhöhen Druck auf Nordkoreas Regierung
- Atomprogramm: Aufnahme der Gespräche gefordert
- Causa Taiwan: Rice kritisiert Anti-Abspaltungsgesetz
Falls Nordkorea nicht zu den Verhandlungen über sein Atomprogramm zurückkehrt, erwägen die Vereinigten Staaten "andere Optionen" gegenüber der Regierung in Pjöngjang. Das sagte US- Außenministerin Rice nach Gesprächen mit ihrem chinesischen Kollegen Li Zhaoxing in Peking. China solle seine besonderen Beziehungen zu Nordkorea nützen, um es an den Verhandlungstisch zurückzubringen, so Rice.
"Es liegt viel auf dem Tisch für Nordkorea," betonte die US- Außenministerin. Zugleich bekräftigte Rice das Festhalten der USA an den Sechser-Gesprächen mit China, Russland, Japan und Südkorea. "Es ist nicht eine Frage allein zwischen Nordkorea und den USA", da die Nuklearfrage auch ein regionales Problem sei, betonte sie. Rice beklagte, dass Nordkorea trotz aller Zusagen "nicht die Bereitschaft und die Entschlossenheit gezeigt hat, eine koreanische Halbinsel ohne Atomwaffen Wirklichkeit werden zu lassen".
Im Streit um Taiwan bekräftigte Rice in Peking ihre Kritik an dem chinesischen Anti-Abspaltungsgesetz, das einen Militärschlag gegen die Insel erlaubt. Chinas Regierung sollte jetzt Maßnahmen ergreifen, um ihre Bereitschaft zu demonstrieren, die dadurch ausgelösten Spannungen wieder abzubauen.
Am Vortag war die neue US-Außenministerin bereits von Staats- und Parteichef Hu Jintao sowie Regierungschef Wen Jiabao empfangen worden. In ihren Gesprächen mahnte die Außenministerin auch Fortschritte in den Menschenrechten und der Religionsfreiheit in China an.
Nach ihrem Treffen mit Hu nahm Rice symbolisch an einem Palmsonntagsgottesdienst in einer christlichen Kirche teil. China ist die letzte Station auf Rices Asienreise, die sie zuvor nach Indien, Pakistan, Afghanistan, Japan und Südkorea führte. (apa)
