Samstag, 19. März 2005

Zwei Jahre nach Kriegsbeginn: 10.000e demonstrieren in Europa gegen Irak-Krieg!

  • London: 50.000 fordern Abzug der britischen Truppen
  • Präsident Bush: "Irak-Krieg hat Welt sicherer gemacht!"

Am zweiten Jahrestag des US-Einmarsches im Irak haben am Samstag in mehreren europäischen Großstädten zehntausende Menschen gegen den Krieg protestiert. In Wien beteiligten sich Angaben der Veranstalter rund 2.500 Demonstranten an einer Kundgebung gegen Krieg und Sozialabbau.

Allein in London gingen knapp 50.000 Menschen auf die Straßen und forderten den Abzug der britischen Truppen aus dem Golfstaat. Der von der Gruppe "Stoppt die Kriegskoalition" organisierte Protestzug durch die Londoner Innenstadt bis zum Trafalgar Square verlief nach Polizeiangaben friedlich. Die Demonstranten legten vor der US-Botschaft einen schwarzen mit Osterglocken verzierten Papp-Sarg mit der Aufschrift "100.000 Tote" nieder. Dabei riefen die Demonstranten: "George Bush, Uncle Sam, der Irak wird Euer zweites Vietnam. US-Präsident George W. Bush betonte in seiner wöchentlichen Radio-Ansprache, welche Bedrohung durch den Sturz Saddam Husseins abgewendet worden sei.

Auch in anderen Städten Europas kam es anlässlich des zweiten Jahrestags zu friedlichen Demonstrationen gegen den Irak-Krieg und die US-geführte Besatzung in dem Golfstaat. In Rom nahmen zehntausende Menschen an einer Friedensdemonstration teil. Inoffiziellen Angaben zufolge zogen sogar mehr als 100.000 Demonstranten durch das Zentrum der Ewigen Stadt und legten dort den Verkehr vorübergehend lahm. Es kam auch zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Auch in Madrid und Barcelona gab es Protestmärsche. In der türkischen Großstadt Istanbul demonstrierten etwa 10.000 Menschen gegen den Irak-Krieg. Kleinere Demonstrationen gab es auch in Ankara und Izmir.

Bush sagte in seiner Radio-Ansprache: "Heute vor zwei Jahren haben wir mit dem Einsatz 'Freiheit für den Irak' ein brutales Regime entwaffnet, das Volk befreit und die Welt von einer schlimmen Gefahr befreit." "Dank unseres Handelns greift die Freiheit im Irak um sich und das amerikanische Volk ist sicherer", fügte er hinzu.

Bush betonte, dass sich der Einsatz im Irak mittlerweile verstärkt auf die Ausbildung der dortigen Sicherheitskräfte konzentriere. Sobald diese in der Lage seien, ihr Land selbst zu verteidigen, würden die US-Soldaten zurückkehren. In jüngster Zeit haben enge US-Verbündete wie etwa Italien signalisiert, dass sie ihre Soldaten bald aus dem Irak abziehen. Dies erhöht den Druck auf Bush, ebenfalls einen Zeitplan für den Abzug der US-Truppen anzukündigen.

Die USA haben rund 150.000 Soldaten im Irak stationiert, Großbritannien stellt mit 8600 Soldaten das zweitstärkste Kontingent. Italien hat derzeit etwa 3000 Soldaten im Irak. (apa)

19.3.2005 20:58