Bombenanschlag in Beirut: Drei Personen bei Explosion in Vorort Kaslik getötet
- Attentäter jagten ein Einkaufszentrum in die Luft
- Tatort in überwiegend von Christen bewohnten Gegend
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Mindestens drei Menschen sind in der Nacht zum Mittwoch bei einem Bombenanschlag auf ein Einkaufszentrum in der libanesischen Stadt Kaslik getötet worden. Nach Polizeiangaben waren etwa 70 Kilogramm des Sprengstoffs TNT unter einer Treppe explodiert. Acht weitere Menschen wurden verletzt, rund ein Dutzend Geschäfte zerstört.
Da die Stromversorgung in dem Einkaufszentrum unterbrochen war, waren die Rettungsarbeiten sehr schwierig. Kaslik liegt rund 20 Kilometer nördlich der Hauptstadt Beirut und ist vorwiegend von Christen bewohnt. Erst in der vergangenen Woche war im Osten Beiruts eine Autobombe explodiert, sieben Menschen waren verletzt worden.
Die libanesische Opposition macht die pro-syrische Regierung für den Anschlag vom Mittwoch mitverantwortlich. "Diese Explosion soll den Frieden und die Stabilität im Land stören", sagte Fares Boueiz, ein Oppositionsführer. Mit den Anschlägen solle panische Angst unter den Libanesen verbreitet werden. Der pro-syrische libanesische Präsident Emile Lahoud rief die Opposition am Mittwoch erneut zum Dialog auf. Dies sei der einzige Weg, um der kritischen Lage im Lande Herr zu werden.
Bei blutigen Auseinandersetzungen zwischen pro-syrischen und oppositionellen Studenten gab es am Mittwoch an der Arabischen Universität in Beirut fünf Verletzte. Angehörige der libanesischen Armee und Polizisten riegelten das Gelände ab, um die Ruhe wieder herzustellen.
Am 14. Februar waren der frühere Ministerpräsident Rafik Hariri und 19 weitere Menschen durch eine Autobombe im Zentrum Beiruts getötet worden. Die Opposition sieht den libanesischen und den syrischen Geheimdienst als Drahtzieher und fordert ein Ende der syrischen Einmischung in Libanon und den Abzug der rund 14 000 syrischen Soldaten. (apa/red)
