Misshandlungsvorwürfe im Irak nehmen kein Ende: Folterte auch die US-Marine?
- Vorwürfe gegen Mitglieder einer Spezialeinheit
- US-Bürgerrechtsunion ACLU deckte Vorwürfe auf
·Italien reduziert seine Irak-Truppen
Ein stufenweiser Abzug kommt, Rice dankt Rom
·Irak: Parlament be- endete seine Sitzung
Präsidialrat und Präsident wurden noch nicht gewählt
·Tödlicher Irrtum von US-Soldaten!
Bulgarischer Kollege ohne Vorwarnung beschossen
US-Soldaten im Irak haben sich schon früh besorgt über das Vorgehen einer Eliteeinheit der US-Marine gegen irakische Häftlinge geäußert. Dies geht aus den Ermittlungsunterlagen hervor, aus denen die US-Bürgerrechtsunion ACLU am Dienstag weitere Details veröffentlichte. Bereits im Dezember waren Fotos ins Internet gestellt worden, die Mitglieder der Marineeinheit SEAL mit blutüberströmten Häftlingen zeigten.
Ob es sich bei den jüngsten Veröffentlichungen um dieselben Fälle handelt, war zunächst unklar. Laut den Dokumenten, die die ACLU nach einem Gerichtsverfahren erhielt, hat ein Gefreiter angegeben, er habe Gefangene gesehen, die von den Marineinfanteristen offenbar schwer geschlagen worden seien. Auf Nachfrage sei den Soldaten nur geantwortet worden, die Häftlinge hätten Widerstand geleistet. Die Marine hat inzwischen ein Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit den besagten Fotos eingeleitet.
Diese zeigen unter anderem Soldaten der Marineeinheit, die auf mit Handschellen gefesselten und mit Kapuzen vermummten Gefangenen liegen oder sitzen. Auf einem anderen Bild ist ein blutüberströmter Häftling zu sehen, dem eine Pistole an den Kopf gehalten wird. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP hatte die Fotos seinerzeit im Internet entdeckt und darüber berichtet. Daraufhin reichten sechs Mitglieder der Eliteeinheit und zwei Ehefrauen Klage ein.
45 Tage Haft für US-Leutnant wegen Bedrohung von Irakern
Ein US-Leutnant ist am Dienstag von einem Militärgericht in den USA zu 45 Tagen Haft verurteilt worden, weil seine Einheit drei Iraker mit vorgehaltener Waffe gezwungen hatte, in den Tigris zu springen. Einer der Iraker ertrank nach Erkenntnissen der Ermittler.
Der 25-jährige Leutnant hatte sich schuldig bekannt und darf in der Armee bleiben. Ihm drohte ein Haftstrafe von bis zu neun Jahren. (apa/red)
