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Nach den ersten Analysen der Gemeinderatswahlen in der Steiermark scheint im Hinblick auf die Landtagswahlen im Herbst eines klar: Die Luft für die ÖVP und Waltraud Klasnic wird immer dünner. Die SPÖ sitzt der Landeshauptfrau als großer Sieger vom Sonntag bereits ganz dicht im Nacken und geht nicht unbegründet mit viel Optimismus in das Rennen für den Herbst. Selbst die ÖVP räumte ein, bei den Gemeinderatswahlen "kein berauschendes" Ergebnis eingefahren zu haben und machte dafür auch "bundespolitischen Gegenwind" verantwortlich. Dennoch glaubt Klasnic aber, Nummer eins bleiben zu können.
"Der Wind, der uns ins Gesicht bläst, ist bundespolitisch gewesen", war sich die steirische VP-Spitze sicher. Rund ein Viertel der Protestwähler habe ihr Wahlverhalten von der Bundessituation abhängig gemacht, nur bei zehn Prozent habe es einen landespolitischen Einfluss gegeben, zitierte Landesrat Hermann Schützenhöfer eine Umfrage. Schützenhöfer kritisierte, dass zur wirtschaftlichen Vernunft die soziale Wärme gehöre und dass bei den notwendigen Reformen in der "Übersetzung" und beim "Tempo" einiges schief gelaufen sei. Klasnic bestätigte: Immer wieder sei sie in der Situation, "bis hierher und nicht weiter" zu sagen. Dennoch bleibt sie optimistisch: "Die ÖVP ist Nummer eins, kann es bleiben und wird es auch bleiben".
Voves kehrte in der Nachlese hervor, dass am Sonntag Einbrüche in VP-Kernwählerschichten gelungen seien und interpretierte das Ergebnis als "klare Absage an die ÖVP-Landespolitik", zwischen der und der Politik der Bundespartei ohnedies "kein Löschblatt" passe. Voves: "Die unappetitliche Politik von Wahlgags und Wählertäuschung ist bei den Wählern nicht hineingegangen". Entsprechend zuversichtlich ist Voves auch, im Herbst die Vormachtstellung der ÖVP nach 60 Jahren brechen zu können: "Der legendäre Kampfgeist ist zurückgekehrt".
Thema bei den Analysen nach der Sitzung der Landesregierung in Graz war auch eine etwaige eigene Kandidatur von Ex-Landesrat Gerhard Hirschmann. Während eine solche von VP-Landesrat Hermann Schützenhöfer als "eine sehr delikate Sache für uns" eingeschätzt wird und er alles daran setzen werde, es nicht soweit kommen zu lassen, rechnet SP-Voves "ziemlich sicher" mit Hirschmanns Antreten - wobei für ihn das nicht unbedingt der SPÖ helfen würde. Ähnlich die Einschätzung des Politologen Pelinka: Seit Sonntag wäre für die ÖVP ein Antreten Hirschmanns strategisch von Vorteil.
Wie Pelinka sagte, sei im Herbst die Landeshauptstadt Graz "die große Unbekannte". Entscheidend werde sein, ob die SPÖ hier ihren "Nach-Stingl-Absturz" verkraftet habe oder nicht. Eine wichtigere Rolle würden auch die Grünen spielen, denen es bei den Kommunalwahlen noch an "Bodenpersonal" fehlte.
Weitgehend Funkstille herrschte am Montag von der FPÖ, die den Wahlgang offenbar unter dem Motto "es hätte noch schlimmer kommen können" abgehakt hat.
(apa/red)
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