Freitag, 18. März 2005

"Battle Groups": Platter will Beteiligung an EU-Kampftruppen vorerst nicht verstärken

  • Expertengruppe prüft jedoch eine mögliche Aufstockung
  • Österreich will führende Aufgaben in Bosnien-Truppe

Österreich wird seine Beteiligung an den künftigen EU-Kampftruppen ("Battle Groups") nach Angaben von Verteidigungsminister Günter Platter (V) nicht unmittelbar verstärken. "Vorerst ist nicht daran gedacht", sagte Platter in einem Telefonat mit der APA am Rande des EU-Verteidigungsministertreffens in Luxemburg.

Platter bestätigte jedoch Medienberichte, wonach eine Expertengruppe des Ministeriums eine Aufstockung prüft. Der deutsche Verteidigungsminister Peter Struck habe bei seinem Besuch in Wien vor kurzem, eine stärkere Beteiligung österreichischer Truppen an dem gemeinsamen Gefechtsverband mit Deutschland und Tschechien angeboten.

Die EU will insgesamt 13 Kampftruppen mit jeweils einer Stärke von 1.500 Mann aufstellen, die ersten Verbände sollen bereits heuer einsatzbereit sein. Die Truppen sollen bei kriegerischen Konflikten im Ausland einschreiten, in der Regel sollen die Einsätze durch ein UNO-Mandat gedeckt sein. Platter rechnet damit, dass der Verband von Deutschland, Österreich und Tschechien erst 2009 oder 2010 einsatzbereit ist. Österreich beteiligt sich bisher mit 200 Mann.

Österreich will führende Aufgaben in Bosnien-Truppe
Platter sagte, österreichische Soldaten könnte künftig in Bosnien-Herzegowina sowie im Kosovo mehr Verantwortung übernehmen. Dies habe er beim Treffen mit seinen EU-Kollegen in Luxemburg angekündigt. So könnte Österreich im Rahmen der EU-Mission "Althea" in Bosnien eine führende Rolle im Rahmen einer Task Force übernehmen, sagte der Verteidigungsminister. An eine Aufstockung der österreichischen Truppen sei aber nicht gedacht.

Generell sollte sich die EU stärker im Kosovo militärisch engagieren, forderte Platter. Die derzeitige Friedensmission für den Kosovo (KFOR) wird von der NATO kommandiert. Österreich hat derzeit 569 Soldaten im Rahmen der KFOR und 280 Mann in Bosnien-Herzegowina stationiert. (apa/red)

18.3.2005 16:29