Montag, 14. März 2005

Traurige Lawinenbilanz: In laufender Saison schon 32 Tote und fünf Vermisste

  • Gefährliche Frühjahrs-Tauperiode steht noch bevor
  • PLUS: Drei Tote nach Lawinenabgang in Saalbach

31 Tote und fünf offiziell noch Vermisste - so lautete bis inklusive Sonntag die vorläufige Bilanz der Lawinenopfer des Innenministeriums in der laufenden Saison 2004/05. Schon am Montag kam das 32. Todesopfer dazu: Ein Tourengeher aus Deutschland kam bei einem Lawinenabgang in den Ötztaler Alpen ums Leben.

Der Urlauber war von den Schneemassen über felsiges Gelände in die Tiefe geschleudert worden und starb noch am Unglücksort. Der Zwischenfall ereignete sich an der Gletscherzunge des Hintereisferner bei Vent (Bezirk Imst). Dort war eine mehrköpfige Tourengehergruppe unterwegs.

Der Deutsche wurde nach Angaben der Bergrettung nicht von den Schneemassen begraben, sondern so schwer verletzt, dass er nicht mehr gerettet werden konnte. Die genaue Identität des Toten stand zunächst nicht fest.

Die Gesamtzahl der Lawinentoten liegt in dieser Saison schon jetzt - noch vor der besonders gefährlichen Frühjahrs-Tauperiode - auf dem Niveau der katastrophalsten Jahre seit Anfang der Neunziger. In der Saison 2002/03 zählte man 34 Tote, 1999/2000 waren es 39 Lawinenopfer, 1995/96 mußten 37 Opfer beklagt werden und 1998/99 starben mit den 38 Toten von Galtür insgesamt 50 Menschen.

Seit 1. November 2004 wurden zudem 49 Personen durch Schneebretter verletzt, wie der Leiter des Alpindienstes, Major Hans Ebner, auf Anfrage der APA mitteilte. Insgesamt wurden in dieser Saison bisher 90 Lawinen registriert, zum Teil deutlich mehr als in den gesamten Beobachtungszeiträumen der Vorjahre. In der vorhergehenden schneearmen Saison 2003/04 hatte es etwa 60 "Lawinenereignisse" gegeben, die acht Menschenleben gefordert haben. 2002/03 sind etwa 80 Lawinenabgänge registriert worden. (apa)

14.3.2005 16:24