Montag, 14. März 2005

"...und alle dürsten nach Liebe": Diagonale
2005 feiert heute in Graz ihre Eröffnung

  • Festival, erstmals unter neuer Leitung, dauert bis 20.3
  • Schwerpunkt liegt heuer auf Dokumentarfilmen

Die erste "Diagonale" unter der Leitung von Birgit Flos (Programm), Robert Buchschwenter (Produktion) und Georg Tillner (Finanzen) startet heute mit dem Spielfilm "Crash Test Dummies" in Graz. Gezeigt werden zwar auch alle aktuellen österreichischen Spielfilm-Produktionen, im Mittelpunkt stehen aber eher die zahlreichen Dokumentarfilme, die auch im Rahmen der 14 Sonderprogramme zu sehen sind. Außerdem gibt es eine Auswahl aus Animations- und Kurzspielfilmen.

"Wir haben die Diagonale nicht neu erfunden. Wir bauen auf der Kontinuität der alten Diagonale auf und setzten durch ein neues Team neue Akzentuierungen", erklärte Birgit Flos bei der Programm-Präsentation am Donnerstag in Graz. Trotzdem habe man die Struktur der Werkschau beibehalten, so Flos. "Dabei ist uns besonders die historische Schiene wichtig", so die Intendantin. Gezeigt werden insgesamt 239 Filme in 141 Vorstellungen.

Als Österreich-Premieren sind neben dem Eröffnungsfilm die Spielfilme "Hotel" von Jessica Hausner und "Dallas Pashamende" von Robert Adrian Pejo sowie die Kinouraufführungen der TV-Spielfilme "Mein Mörder" von Elisabeth Scharang und "Mein Vater, meine Frau und meine Geliebte" von Michael Kreihsl zu sehen.

Ein Spezialprogramm widmet sich aktuellen Filmen aus der Türkei, bei denen die Positionen jüngerer türkischer Filmemacher und Medienkünstler vorgestellt wird. Die Reihe wird von der Istanbuler Filmhistorikerin Alin Tasciyan kuratiert. Ergänzend dazu findet im Medienturm die Ausstellung "Der Knochen der Zunge" statt.

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Filmschaffen von Gustav Machaty. Unter dem Titel "Eros/Ekstase/Exil"" werden seine wichtigsten Arbeiten in der Tschechoslowakei, Österreich, Hollywood und Deutschland gezeigt, darunter "Erotikon" (1929), "Jealousy" (1945) und der damalige Skandalfilm mit Hedy Lamarr, "Extase" (1933). "...und alle dürsten nach Liebe" nennt sich die Schiene, die, so Flos, das "heimliche Festivalsmotto" darstellt und ergänzend dazu drei Programme zum Thema Sexualität und Begehren zeigt.

Thematisiert werden auch das Staatsvertragsjubiläum (Programm "Österreich ist frei") sowie die Position der Partisanen ("Hvala Partizanke!"). Ein weiteres Special fasst drei Filme von Wilhelm Gaube sowie ein Porträt über den österreichischen Filmemacher zusammen. Unter dem Titel "Film-Karawane" wird die Kooperation zwischen europäischen Festivals verstärkt: Ungarn, Slowenien und Schweden präsentieren jeweils ein aktuelles Filmbeispiel ihrer nationalen Filmproduktion.

Im Rahmenprogramm finden sich neben Diskussionen erstmals auch Lesungen aus Filmdrehbüchern.(apa/red)

14.3.2005 13:44