Internationale Beauty-Studie: Nur zwei Prozent der Frauen finden sich schön
- Österreicherinnen mit Aussehen aber eher zufrieden
- Kritik an unerreichbaren Idealbildern in den Medien
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Nur zwei Prozent der Frauen finden sich selbst schön. Sie fühlen sich durch die in Medien und Werbung dargestellten Ideale unter Druck gesetzt. Die Österreicherinnen sind mit ihrem Aussehen zwar tendenziell zufriedener als Frauen in anderen Ländern. Ihr Bild von Schönheit folgt allerdings eher traditionellen Begriffen, hat die Meinungsforscherin Helene Karmasin herausgefunden. Die Bandbreite dessen, was als "schön" empfunden wird, sei überall sehr klein.
Für eine internationale Studie im Auftrag einer Körperpflegemarke wurden 3.200 Frauen in Brasilien, Kanada, Frankreich, Italien, Japan, den Niederlanden, Portugal, Großbritannien und den USA befragt: Nur zwei Prozent finden sich "schön". Die meistgenannten Attribute bei der Selbstbeschreibung sind "natürlich" (31 Prozent) und "durchschnittlich" (25 Prozent).
Werbung & Medien vermitteln unrealistischen Beauty-Standard
Mehr als zwei Drittel der Frauen glauben, dass Medien und Werbung "einen unrealistischen Standard für Schönheit setzen, den die meisten Frauen niemals erreichen können". Sie wünschen sich mehr Vielfalt: Die Aussage "Ich glaube, dass jede Frau etwas Schönes an sich hat" erreichte auf einer zehnteiligen Skala einen Wert von 8,5 (1= stimme überhaupt nicht zu, 10= stimme voll zu).
22 % der Österreicherinnen mit Aussehen sehr zufrieden
Österreichs Frauen geben sich vergleichsweise selbstbewusst, sie sind mit ihrem Aussehen überdurchschnittlich zufrieden. Das hat eine im Februar vom Institut Karmasin.Motivforschung durchgeführte Erhebung (385 Befragte) ergeben. Während im internationalen Durchschnitt nur 13 Prozent "sehr zufrieden" sind, sind es in Österreichs rund 22 Prozent. Signifikant höher ist auch die Prozentzahl der Österreicherinnen, die sich als "gut aussehend" (23 gegenüber sieben Prozent) und "feminin" (15 gegenüber sieben Prozent) einschätzen.
Traditionelles Frauenbild
Für Karmasin offenbart sich in diesen Antworten aber gleichzeitig "ein eher traditionelles Frauenbild". Freundlichkeit, Humor und Fröhlichkeit, Intelligenz und Weisheit spielen eine geringere Rolle. Auch der Aussage, dass "körperlich attraktive Frauen von Männern mehr geschätzt werden", stimmten mehr Österreicherinnen zu als international (8,3 gegenüber 7,6 auf einer zehnteiligen Skala). Karmasin: "Erfolg bei Männern wird in hohem Ausmaß auf körperliche Attraktivität zurückgeführt."
37 % der Austro-Frauen nur irgendwie zufrieden
Den hohen Prozentsatz von Frauen, die nur "irgendwie zufrieden" sind (37 Prozent in Österreich, 58 Prozent international) erklärt die Motivforscherin so: "Für die Befragten ist klar, dass sie mit dem Aussehen der Models nicht mithalten können." Rund die Hälfte würde lieber Frauen unterschiedlichen Körpergewichts und Alters in der Glamour-Welt von Werbung und Medien sehen.
Dove-Aktion zur wahren Schönheit
Die Körperpflegemarke Dove, Auftraggeber der Studien, lancierte anlässlich des "Tags der Frau" eine Aktion, die für ein vielfältiges Schönheitsbild eintritt. Seit einem Jahr zeigt der Konzern in seinen Werbesujets statt Models "ganz normale Frauen". Jetzt soll die "Initiative für wahre Schönheit" mit Plakaten und einer Internetkampagne eine Debatte in Gang setzen. Zudem unterstützt Dove das Wiener Gesundheitszentrum für Frauen, Eltern und Mädchen (F.E.M.) im Kampf gegen Essstörungen Jugendlicher.
(apa/red)
