Donnerstag, 10. März 2005

Hutchison kritisiert TKK-Positionspapier:
'Eindeutige Übervorteilung der Etablierten'

  • Drei-Chef Thoma: "Förderprogramm für die Großen"
  • Kritik: Mobilkom erzielt dadurch 200 Millionen Gewinn

"Äußerst irritiert" zeigt sich der UMTS-Betreiber Hutchison Austria ("Drei) vom Telekom-Regulator vorgelegten Positionspapier zur Vereinheitlichung der Mobilfunk-Terminierungsentgelte. Dabei handle es sich um ein "offensichtlich politisch motiviertes Förderprogramm für die großen etablierten Mobilfunkbetreiber, in erster Linie für die Mobilkom Austria", meinte Hutchison Austria-Chef Berthold Thoma in einer Pressemitteilung.

Mit der neuen Regelung werde das Prinzip der tatsächlichen Kosten verworfen, zumal alle Betreiber bis 2012 das gleiche Entgelt bekommen sollen, so Thoma. Von der ursprünglich proklamierten Bereitschaft, Wettbewerb in Österreich zu fördern, sei im nunmehrigen Modell nichts mehr zu sehen ist. Die Mobilkom erziele dadurch mehr als 200 Mio. Euro Gewinn, zumal sie Preise für Gespräche in ihr Netz verlangen dürfe, die weit über den tatsächlichen Kosten liegen würden. Dieser Profit sei weit höher als die gesamten Marketing-Aufwendungen des Unternehmens.

"Diese Übervorteilung ist ein Schlag ins Gesicht jedes Unternehmens, das im Vertrauen auf ein faires Wettbewerbsumfeld Investitionen im österreichischen Telekommarkt tätigt", so Thoma. Wäre für Hutchison zu erahnen gewesen, wie einseitig sich die österreichische Regulierungspolitik entwickle, hätte man in Österreich in keinem Fall Investitionen in Milliardenhöhe getätigt und die damit verbunden Arbeitsplätze geschaffen. (apa)

10.3.2005 15:40