Einstein in allen Dingen: Keine Technik ohne die Theorien des Physik-Genies
- CD-Player, Digitalkamera und Co: Nicht ohne Einstein!
- Physiker wurde zum Geburtshelfer von Milliardenmärkten

Albert Einstein wird 100 Jahre nach seinen wesentlichen Arbeiten derzeit gefeiert wie nie zuvor. Doch auch abseits der Festakte gilt: Einstein ist überall. Egal ob CD-Player, Digitalkamera oder Navigationssystem - kaum ein modernes industrielles Produkt wäre ohne die Theorien des Genies je gebaut worden. "Wesentliche Teile der modernen Physik basieren auf seinen Arbeiten", sagt der Vorstandsvorsitzende des Göttinger Optikanbieters Linos, Gerd Litfin am Rande des Kongresses "Physik seit Einstein" in Berlin.
Dass der geniale Physiker mit seinen Theorien zum Geburtshelfer für Milliardenmärkte werden würde, ahnte er damals wohl kaum. "Als Einstein seine Theorien entwickelte, hat niemand an Anwendungen dafür gedacht."
Heute ist eine Welt ohne die Arbeiten Einsteins als Grundlage schwerlich auszumalen. Dass Zeit relativ ist, bekommt beispielsweise bei der Satellitennavigation praktische Bedeutung: Schon Abweichungen von wenigen Milliardstel Sekunden machen die Positionierung um Meter ungenau. "Dank Einstein lassen sich die relativistischen Effekte aus den Messungen herausrechnen", sagt der Vorsitzende des Ausschusses "Industrie und Wirtschaft" der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), Holger Becker.
Kein PC ohne Einstein
Eines der umfassendsten Anwendungsgebiete Einsteinschen Gedankenguts sind optische Systeme. "Mit optischen Verfahren hergestellte Mikroprozessoren bringen PCs zum Laufen, optische Datenflüsse hauchen dem Internet Leben ein, optische Lesegeräte entschlüsseln die Struktur unseres Genoms", zählt Litfin auf. "Einstein hat die Gesetze des Lichts geschrieben", ergänzt der Managing Director des Sensorsysteme-Herstellers Corrsys-Datron in Wetzlar, Norbert Lauinger.
Mit einer seiner Ideen ist das Genie mit den strubbeligen Haaren schon seit Jahren in fast jedem Haushalt präsent - in Form von Lasern, die in etlichen elektronischen Geräten wie CD-Playern und Laptops stecken. "Einstein hat die stimulierte Emission von Lichtquanten vorhergesagt. Das ist der Effekt, den man braucht, um Laser zu bauen", erklärt Litfin. Ausgereizt sei das Potenzial optischer Systeme damit noch lange nicht. Mit entsprechenden Leitungen im Auto lasse sich beispielsweise viel Gewicht sparen. Der Einsatz von Leuchtdioden statt Glühbirnen könne den Energieverbrauch für Beleuchtung um etwa die Hälfte senken.
Quantencomputer & Co.
Die derzeitige Entwicklung des Quantencomputers, einer völlig neuartigen Rechenmaschine, geht auf theoretische Arbeiten des Physikers zurück. Und auch die Quantenkryptographie, eine revolutionäre Verschlüsselungstechnik, hätte es ohne ihn vielleicht niemals gegeben.
"Einstein wäre heute auch ein brillanter Physiker, aber kein Lieferant für Produktinnovationen", glaubt der Vorstandsvorsitzende des Chip-Entwicklers Philips Semiconductors Dresden, Kai Grassie. "Das war ja aber auch gar nicht sein Ziel."
Keine weltverändernden Ideen in Sicht
Bei der Grundlagenforschung schon an Produkte zu denken, hält Litfin ohnehin für unmöglich. "Solche Forschung muss frei sein und darf nichts garantieren - nur so wird sie auch nichts ausschließen", sagt der Linos-Chef. "Sowieso kann niemand aus Theorien künftige Anwendungen vorhersagen." Mit weltverändernden Ideen sei momentan kaum zu rechnen. "Der nächste große Wurf könnte die Weltformel sein, die die Theorien der fundamentalen Wechselwirkungen verbindet", ist Grassie überzeugt. "Für industrielle Anwendungen wird die Weltformel aber zumindest kurzfristig keine Rolle spielen." (apa)
Info-Link:
www.dpg-einstein.de
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