Freitag, 11. März 2005

Harte Strafen für Spammer: Verbraucher-schützer für mehr Sicherheit im Internet

  • Jeder Dritte hat schon einmal online Waren bestellt
  • Deutscher vzbv fordert fälschungssichere Websites

Geschäfte im Internet sollen so sicher werden wie das Einkaufen im Supermarkt. Das forderte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin. "Derzeit verdienen die Sicherheits-, Datenschutz- und Verbraucherschutzstandards der Online-Branche im Schnitt die Note mangelhaft", sagte vzbv-Vorstand Edda Müller. Daher müssten unter anderem sichere Systeme für das Online-Banking eingeführt und die Vorkasse beim E-Commerce beendet werden.

Momentan nutzen den Angaben zufolge rund 34,4 Mio. Deutsche das Internet. Jeder Dritte bestellte bereites mindestens einmal Waren über das World Wide Web, rund 20 Mio. erledigen ihre Bankgeschäfte über den Computer. Müller sagte, darüber hinaus müsse die Weitergabe personenbezogener Daten ohne ausdrückliche Genehmigung verboten und härtere Strafen gegen Spamming eingeführt werden.

Müller betonte, dass die Entwicklung des Internets durch fehlendes Verbrauchervertrauen gehemmt werde. "Verbraucherrechte im Internet werden ignoriert, ausgehebelt oder trickreich umgangen", sagte sie. Intransparenz und fehlende Sanktionen machten das World Wide Web zu einem Tummelplatz unseriöser Anbieter.

Fälschungssichere Websites gefordert
Zur Eindämmung der Gefahr des Ausspionierens von Geheimzahlen bei Bankgeschäften forderten die Verbraucherschützer unter anderem "fälschungssichere Websites". Dies bedeute eine obligatorische Authentifizierung der Banken-Websites mittels elektronischer Signatur. Beim E-Commerce müsse das Prinzip "erst die Ware, dann das Geld" gelten, sagte Müller. Um die Weitergabe personenbezogener Daten zu verhindern, müssten sensible Daten künftig mit Hilfe besonderer Sicherheitssysteme verschlüsselt werden. Darüber hinaus dürften sie nur nach ausdrücklicher Zustimmung des Verbrauchers für Werbezwecke genutzt oder an Dritte weitergegeben werden.

Drei Viertel der Mails sind Müll
Müller wies darauf hin, dass mittlerweile bis zu drei Viertel aller Mails Werbemüll sei. Täglich fielen laut Bundesinnenministerium rund 30 Mrd. Spammails an, fünf Prozent davon seien virenverseucht. Der volkswirtschaftliche Schaden belaufe sich 2004 auf rund 2,5 Mrd. Euro. Zur Eindämmung der Werbeflut müsste das Versenden sämtlicher unerwünschter Werbemails künftig als Ordnungswidrigkeit verfolgt werden, Spamming mit kriminellen Hintergrund müsse als Straftat eingestuft werden, forderte Müller. (apa)

11.3.2005 12:30