Mittwoch, 9. März 2005

600 Österreicher leben von eBay: Kleines Paradies für Selbsständige im Internet

  • eBay-Österreich-Chef erwartet künftig "einige Tausend"
  • Niederlassung in Wien wurde vor einem Jahr eröffnet

Die Österreich-Tochter der Internet-Auktionsplattform ebay stellt nach eigenen Angaben für deutlich mehr Personen als die zehn ebay Austria-Mitarbeiter Grundlage des Lebensunterhalts dar. "Aktuell sind es etwa 600 Menschen in Österreich, die vom Handel über ebay leben", sagte Österreich-Geschäftsführer Anton von Rüden in einer Pressekonferenz. In Deutschland seien bereits über 10.000 Menschen auf diese Art unternehmerisch tätig geworden, in den USA gehe die Zahl in die Hunderttausende.

Von Rüden erwartet, dass in den nächsten Jahren deutlich mehr Personen in Österreich über die ebay-Plattform unternehmerisch tätig werden: "Es könnten schon einige Tausend werden." Ein großer Vorteil dabei sei die Möglichkeit, sich ohne große Anfangsinvestitionen selbstständig zu machen. "Die meisten fangen in ihrem Wohnzimmer an", so von Rüden am Rande der Veranstaltung. Für Existenzgründer den Einstieg in die ebay-Welt erleichtern sollen gemeinsam mit dem WIFI durchgeführte Seminare, wobei das Angebot künftig ausgebaut werden soll.

Im Jahresverlauf 2005 soll ein "neues Konzept" auf der österreichischen ebay-Plattform umgesetzt werden, das auf der US-Seite bereits in Betrieb ist. Bisher beschrieben die Anbieter ihre Produkte und potenzielle Käufer suchten danach. Künftig wird der Spieß auch umgedreht: Käufer können ihre Wünsche beschreiben und Verkäufer danach suchen. Zudem kündigte von Rüden eine Deckelung der 2- bis 5-prozentigen Verkaufsprovision von ebay bei 50,50 Euro an. "Das ist ein großer Vorteil für Leute, die höherpreisige Artikel anbieten."

Zusätzlicher Kundenschutz
Eingeführt werden soll auch ein zusätzlicher Kundenschutz für Nutzer von paypal, der ebay-Tochter für virtuellen Zahlungsverkehr, der mit einer Maximalsumme von bis zu 400 Euro über den bereits existierenden 200 Euro-Käuferschutz bei ebay hinausgehen soll. Darüber hinaus setzt ebay beim heiklen Thema Sicherheit vor allem auf Kunden-Aufklärung und verweist auf ein eigens dafür eingerichtetes Sicherheitsportal.

Die österreichische ebay-Website sei mit 1,57 Millionen Besuchern pro Monat hinter orf.at die am häufigsten besuchte Website des Landes, so von Rüden unter Berufung auf den "Austrian Internet Radar" von Fessel-Gfk. Umsatz- oder Kundenzahlen gibt ebay für Österreich nicht bekannt. Es sei Firmenpolitik, nur für größere Länder wie Deutschland derartige Daten zu veröffentlichen. Insgesamt sei ebay in 32 Ländern mit eigenen Websites präsent und verfüge weltweit über 135 Millionen registrierte Nutzer.

200.000 Artikel im Angebot
Zur Zeit seien auf der Plattform rund 200.000 Artikel im Angebot, so der ebay Austria-Chef. Schwerpunktmäßig würden vor allem Produkte ganz am Anfang und am Ende ihres Lebenszyklus angeboten. Das höchste Handelsvolumen erziele die Produktgruppe Autos und Ersatzteile gefolgt von Computern, Antiquitäten, Handys und Sportartikeln. Mitunter würden auch Kuriositäten wie eine komplette Schlosseinrichtung, eine Wanderung mit Bundespräsident Heinz Fischer oder ein Coca-Cola-Weihnachtstruck versteigert. (apa)

9.3.2005 15:03