Die Strompreis-Schlacht
- Der staatliche Stromregulator Boltz will Tarife um bis zu 30 Prozent drücken

Kampfansage: Regulator Boltz kritisiert die Strombranche: Gewinne immer noch zu hoch.
Gegenoffensive: Die E-Wirtschafts-Bosse schäumen und warnen nun sogar vor Stromausfällen.
Walter Boltz hat wenig Freunde in der heimischen E-Wirtschaft. Und das wird sich so rasch nicht ändern, ganz im Gegenteil. Denn der Boss der unabhängigen Stromregulierungsbehörde Energie-Control, der die Stromnetztarife überwacht und per Verordnung festsetzt, will die Strompreise für Haushalte und Industrie noch einmal kräftig nach unten drücken. Da ist noch viel drinnen, erklärt der strenge Regulator Boltz.
Die E-Wirtschaft will sich das freilich nicht bieten lassen. Leopold Windtner, Chef der Energie AG (OÖ) und einer der wichtigsten Player auf dem heimischen Strommarkt: Das Letzte aus uns herauszuquetschen ist verantwortungslos. Das geht auf Kosten der Versorgungssicherheit. Fazit: Eine weitere Eskalation im heimischen Strompreis-krieg ist vorprogrammiert.
Zu hohe Gewinne. Die hohen Gewinne der Stromversorger zeigen, dass wir bei der ersten Tarifsenkungsrunde 2003 viel zu großzügig waren, legt Boltz im NEWS-Interview nach. Die aktuell verordnete Senkung der Netzgebühren, die heuer je nach Bundesland zwischen neun und 20 Prozent betragen, soll nach dem Willen des Stromregulators daher noch lange nicht das Ende der Fahnenstange gewesen sein. In der nächsten Runde werde ich mit den Stromversorgern mittelfristige Tarifsenkungsvereinbarungen treffen, kündigt der Regulator an. In Summe könnte das zu Strompreissenkungen von bis zu 30 Prozent führen.
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