Mittwoch, 9. März 2005

Tragische Rettung

Giuliana Sgrena über ihre Entführung, die Geiselhaft und ihre Befreiung, die mit dem Tod ihres Retters Nicola Calipari tragisch endete.
Rätseln über die Todesschüsse. Die gefährlichste Straße der Welt: Wie Sgrena und ihre Befreier in Bagdad unter Beschuss kamen.

Die Frage, ob Giuliana Sgrena nach Bagdad zurückkehrt, scheint geklärt. „Ich werde alles tun, um aufzuklären, was mit Nicola geschehen ist“, versprach sie der ersten Besucherin am Spitalsbett in Rom. Es war Rosa Maria Calipari, Ehefrau jenes Mannes, der bei Sgrenas Befreiung starb. Der 52-jährige Geheimdienstagent Nicola Calipari hatte fieberhaft an der Befreiung der Journalistin aus ihrer Geiselhaft gearbeitet und starb in ihren Armen.

Exakt einen Monat nach der Entführung Sgrenas durch irakische Rebellen schien dem Routinier am 4. März sein Bravourstück zu gelingen. Calipari wollte die Journalistin, die in der kommunistischen Tageszeitung „Il Manifesto“ mit Reportagen aus dem Irak gegen den „schmutzigen Krieg“ (Sgrena) und die Beteiligung Italiens focht, heil nach Rom bringen. Premier Silvio Berlusconi dürfte innerlich schon gejubelt haben. Kurz vor den Regionalwahlen im April hätte die Befreiung der Journalistin für ihn zum Turbo werden können.

Unbequeme Reporterin. „Es ist der absurdeste Krieg, den man sich denken kann, und er wird in einem Blutbad enden“, schrieb Sgrena exakt vor zwei Jahren, als der Krieg begann. Die 57-jährige Mitbegründerin der italienischen Friedensbewegung war mit ihren Reportagen aus dem chaotischen Nachkriegsirak ein Motor der Antikriegsbewegung Italiens.

Das Land war mit bunten „Peace“-Fahnen der Friedensbewegung übersät, als der Irakkrieg begann, in den Berlusconi, Hand in Hand mit George W. Bush, 3.000 italienische Soldaten schickte.

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PLUS: Giuliana Sgrena: „Meine Wahrheit“

9.3.2005 16:38